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Elternstreit in Erziehungsfragen

Ausgehzeiten, die Höhe des Taschengeldes oder Zeugnisnoten: Es gibt viele Fragen rund um Kindererziehung, bei denen Eltern verschiedener Meinung sein können. Wichtig ist es, gegenüber den Kindern einheitlich zu entscheiden und keinen Raum dafür zu geben, sich gegeneinander ausspielen zu lassen.

Dafür ist es notwendig, dass Eltern sich untereinander über die Regeln, Schwerpunkte und Inhalte ihrer Erziehung austauschen – auch wenn sie dabei auch einmal lauter werden. Sich die Uneinigkeiten einzugestehen, ist ein wichtiger Schritt, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

  • Eltern sollten sich bei ihrem Streit jedoch zunächst bewusst machen, ob der Grund des Streites tatsächlich das Wohlergehen des Kindes ist oder ob es sich um einen ‚alten‘ Konflikt zwischen ihnen als Paar handelt und die Kindererziehung nur als Vorwand dient. Wenn das so ist, muss dieser alte Konflikt in Angriff genommen werden – ohne die Kinder zum Thema zu machen!
  • Um zu einem gemeinsamen Standpunkt zu kommen, ist es zunächst wichtig, dass Eltern sich ausreichend Zeit für Gespräche geben. Beide sollten in diesen Gesprächen vom grundsätzlich guten Willen des anderen ausgehen.
  • In diesen Gesprächen ist kein Platz für Groll über vergangene Konflikte, sondern sie sollten in einer freundlichen, partnerschaftlichen Atmosphäre stattfinden.
  • Wenn das Paar zu einer Lösung gekommen ist, müssen beide Elternteile sich darauf einstellen, sich damit womöglich bei den Kindern unbeliebt zu machen. Das stehen sie aber nur gemeinsam durch und nicht, wenn einer als „Spielverderber“ gilt.


Elternfrage: Mein Mann und ich sind uns uneins darüber, was wir unserem Sohn erlauben wollen und was nicht. Obwohl wir es versucht haben – wir kommen einfach nicht zu einer gemeinsamen Lösung!

Wenn Sie sich trotz Ihres aufrichtigen Versuchs nicht einig sind, gestehen Sie dies Ihrem Sohn gegenüber ein. Ab einem bestimmten Alter ist ein solches Gespräch möglich, ohne dass er nun für immer darauf spekuliert, dass Sie sich gegeneinander ausspielen lassen. Legen Sie ihm beide ruhig und gelassen Ihre Gründe dar, vermeiden Sie jedoch, die Ansicht Ihres Partners zu bewerten. Versuchen Sie, zu dritt zu einer Lösung zu kommen, und trauen Sie Ihrem Kind zu, auch eigene Vorstellungen zu haben und möglicherweise selbst eine gute Lösung vorschlagen zu können.

(Autorin: Ute Eberl, Diplomtheologin)