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Nachtruhe: Kindern einen gesunden Schlaf ermöglichen

Eine Frau liest einem im Bett liegenden Mädchen aus einem Bilderbuch vor. Kompass Erziehung - Nachtruhe Vergrößerte Ansicht des Bildes öffnet in externem Fenster

Gesunder Schlaf ist ein elementarer Bestandteil unseres Lebens. Wer nicht ausreichend schläft, schwächt auf Dauer sein Immunsystem. Doch wie viel Schlaf nötig ist, um sich geistig und körperlich fit zu fühlen, ist bei jedem Menschen anders. Richtwerte sagen, dass Neugeborene im Durchschnitt bis zu 18 Stunden schlafen, während Grundschulkinder etwa elf Stunden Schlaf benötigen.

Mit dem Eintritt in die Pubertät verändert sich der Schlafrhythmus deutlich, doch sollten auch Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren etwa 9 Stunden pro Nacht schlafen.

Kinderschlaf - Wie funktioniert er?

Neugeborene haben noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus, alleine ein- und durchschlafen zu lernen, gehört deshalb für Babys und Kleinkinder zum Reifungsprozess. Viele Eltern erinnern sich an die ersten Wochen mit ihrem Baby an eine große Unsicherheit, wie sie günstige Schlafgewohnheiten unterstützen können.

Mit dem ersten Geburtstag hat sich dann oft ein gemeinsames Ritual eingespielt. Doch wie sich Schlafgewohnheiten verändern, sind auch Mütter und Väter gefordert, sich immer wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Nicht immer ist für Eltern leicht zu durchschauen, warum ein Kind nachts unruhig schläft oder gar mehrfach aufwacht. Neben Krankheiten, aufregenden Tagen und Erlebnissen in der Kita gehört auch die Ankunft eines Geschwisterkindes zu den Anlässen, die den Schlaf durcheinander bringen. Eltern sind dann oft verunsichert, weil ihr "großes" Kind in frühe Verhaltensmuster zurückzufallen scheint.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Entwicklungsschritt nicht immer ein geradliniges "nach vorne" bedeutet. Manche Kinder nehmen gerne einen "Umweg" in Kauf, probieren sich aus oder hängen an alten Gewohnheiten, die sie nur ungerne ablegen möchten. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, um den nächsten Entwicklungsschritt zu erklimmen, und nicht immer stimmt das Verhalten dann mit den elterlichen Ideen überein.

Schlafgewohnheiten regeln

Wenn ein Kind nicht (mehr) in seinem Bett schlafen will, sondern nachts ins Elternbett kommt, sind Eltern gefordert, für sich zu entscheiden: Ist es für uns ein Problem? Wenn sich niemand gestört fühlt, spricht nichts gegen ein gemeinsames Bett. Nur wenn bei Eltern die Sicherheit da ist, dass sie mit einem kindlichen Verhaltensmuster nicht zurechtkommen, wird es ihnen auch gelingen, ihrem Kind gegenüber überzeugend aufzutreten und es zurück ins eigene Bett zu bringen. In vielen Fällen hilft auch ein Kompromiss gegen unruhige Nächte im großen Elternbett: Wer nachts zu Mama und Papa möchte, bekommt eine Matratze neben dem Elternbett ausgelegt.

Abends nicht ins Bett und morgens zu früh raus: In fast allen Familien gibt es Phasen, wo diese Themen zum Problem werden. Ob mit dem Kindergartenkind, dass schon um 6 Uhr seine Cassette hören möchte oder der Jugendliche, der auch spät abends noch nicht den Weg ins Bett findet – hier helfen nur klare Regeln und Absprachen, um die Tagesgestaltung nicht zum Kampf werden zu lassen.

Auch das Aufstehen will gelernt sein

Kleinere Kinder, die morgens noch nicht einschätzen können, wann sie Mama oder Papa wecken dürfen, kann man mit Bilderbüchern oder Spielsachen versuchen, noch eine Weile zur Selbstbeschäftigung anzuregen. Älteren Kindern lässt sich schon auf der Uhr zeigen, wie die Zeiger stehen müssen oder wie die Zahlen aussehen und wann es Zeit für das gemeinsame Aufstehen ist. Oft hilft es auch, wenn sich Elternteile bei der Morgenbetreuung abwechseln oder das Kind einmal bei der Oma schlafen kann, damit die eigenen Schlafreserven wieder aufgefrischt werden können.

Wichtig zu wissen ist: Schlaftypen lassen sich nicht an- oder umerziehen. Wer gerne mit den Hühnern aufsteht, wird später selten zu einem Nachtschwärmer werden, und wer mit wenig Schlaf zurechtkommt, kann nicht stundenlang wach im Bett liegen bleiben.

Damit aus dem kuscheligen Abendritual kein Machtkampf wird

Wer jeden Abend dieselbe Diskussion führt, wann die richtige Schlafenszeit ist und wie sich das konsequent durchsetzen lässt, sollte im Familienkreis oder in der Erziehungsberatungsstelle nach neuen Lösungsmöglichkeiten suchen.

Auch wenn Ein- und Durchschlafen zu einem längerfristigen Problem wird und sich Eltern am Rand ihrer Kraft fühlen, brauchen Familien professionelle Hilfe. Ein erster Ansprechpartner kann der Kinderarzt sein. Er kann auch organische Ursachen für den unruhigen Schlaf ausschließen. Ein Gespräch in der Kita oder mit erfahrenen Pädagogen ist ebenfalls eine Option, um neue Strategien zu entwickeln, wie sich Schlafgewohnheiten langfristig verbessern lassen.