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Väter, Beruf und Familie - Männer wollen „und“, nicht „oder“

Die Vaterrolle ist in den letzten Jahrzehnten stark in Bewegung geraten. Männer verbinden Vaterschaft heutzutage mit Sinn und Erfüllung im Leben. Sie sehen ihre Rolle in der Familie weniger als Ernährer denn als Erzieher ihrer Kinder. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird deshalb für junge Paare zunehmend als gemeinsames Handlungsfeld betrachtet.

Die Neuverteilung haben Unternehmen als eine Stärke erkannt: Aktive Väter gelten als Mitarbeiter mit besonderen Qualifikationen. Sie erbringen auch deshalb Spitzenleistungen im Beruf, weil sie dank der Familie über besondere Sozialkompetenzen verfügen. Sie sind belastbarer, pragmatischer, zielorientierter und flexibler. Die Familie trainiert sie in diesen Kompetenzen täglich.

Väter haben wie jeder andere Arbeitnehmer den rechtlichen Anspruch auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit. Und sie können Elternzeit nehmen, wenn sie möchten. Von ihren Arbeitgebern wünschen sich diese steigende Zahl der Männer, die sich aktiv und gleichberechtigt an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen wollen, vor allem eine flexible Regelung der Arbeitszeiten und individuelle Gestaltung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Für sie sind familienfreundliche Unternehmen die attraktiveren Arbeitgeber – mit einem entscheidenden Vorteil für diese Unternehmen: Die Bindung an solche Arbeitgeber ist erheblich intensiver als dort, wo Familie als Störfaktor gilt. Unterstützt wird diese Bindung durch eine familienfreundliche Personalplanung. Sie kann familienfreundliche Arbeitsorte wie etwa Tele- oder Heimarbeitsplätze beinhalten, aber auch eine familienbewusste Arbeitsorganisation und Arbeitszeitregelungen. Dazu zählen der gezielte Personaleinsatz und flexible, auf die Bedürfnisse der Väter zugeschnittene Arbeitszeiten oder Arbeitszeitkonten. 

Spätestens mit der Einführung der Partnermonate im Elterngeldgesetz fragen Väter angesichts wegfallender Elterngeldbezüge ihren Arbeitgeber nach Möglichkeiten, wie sich ein vorübergehender Ausstieg oder eine Reduzierung der Elternzeit organisieren lässt – und die Zahl steigt. Im dritten Quartal 2009 gingen bereits 23,9 Prozent aller beendeten Elterngeldzahlungen auf Väter zurück. In den Jahren vor der Einführung des Elterngeldes lag die väterliche Beteiligung an der Erziehungszeit noch konstant bei 3,5 Prozent.

Wo Väter aus beruflichen oder betrieblichen Gründen ihre Arbeitszeit nicht reduzieren konnten, setzt das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierte Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ an: mit Informationen, die Unternehmen die Vorteile einer familienfreundlichen Personalpolitik deutlich machen oder ihnen bei der Gestaltung der Auszeiten behilflich sind. Auch hier zeichnen sich erste Erfolge ab: Im April 2009 sagen bereits mehr als zwei Drittel der Unternehmensverantwortlichen , dass es eine gute Sache sei, wenn Väter sich ihren neugeborenen Kindern widmen und dafür mindestens zwei Monate lang ihre Berufstätigkeit unterbrechen oder ihre Arbeitszeit reduzieren. 71 Prozent der Chefs stehen auch einer Verringerung der Arbeitszeit durch Väter positiv gegenüber – das sind bereits über 10 Prozent mehr als im Jahr 2006.