Inhalt

Behinderung: Persönliches Budget für behinderte Menschen

Menschen mit Behinderung haben einen Rechtsanspruch auf ein sogenanntes "Persönliches Budget", das ihnen anstelle von Dienst- oder Sachleistungen ausgezahlt wird. Damit können sie selbstständig Leistungen zur Teilhabe finanzieren, die sie zur täglichen Hilfe benötigen, und somit selbstbestimmt ihr Leben gestalten.

Beantragung des Budgets

Das Persönliche Budget wird direkt beim Leistungsträger beantragt, also der Krankenkasse, dem Rentenversicherungsträger oder der Bundesagentur für Arbeit. Es soll den individuell festgestellten Bedarf eines behinderten Menschen decken.

Jeder behinderte oder von Behinderung bedrohte Mensch kann einen Antrag stellen, unabhängig davon wie schwer seine Behinderung ist.

Mehr Freiheit durch Eigenverantwortung

Mit dem Budget können behinderte Menschen selbst entscheiden, wann, wo, wie und von wem sie Leistungen zur Teilhabe in Anspruch nehmen. Damit erhalten sie mehr Einfluss auf die Art der Leistungserbringung.

Eltern von behinderten Kindern haben ebenso einen Anspruch auf ein Persönliches Budget. Es kann etwa für Einzelfallhilfe, Sozialassistenz vom Jugendamt oder Ferienbetreuung vom Jugendamt eingesetzt werden.

Vielfältigere Einsatzmöglichkeiten

Auch Hilfen zur Frühförderung von behinderten Kindern und Leistungen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben (zum Beispiel Arbeitsassistenz, Kraftfahrzeughilfe, Hilfen zur Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben) sind als Persönliches Budget möglich.

Ausdrücklich vorgesehen ist auch der Einsatz des Persönlichen Budgets für betreutes Wohnen. Es eignet sich in besonderem Maße, den Auszug aus einem Heim und den Eintritt in betreute Wohnmöglichkeiten zu erleichtern.