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Pflege: Suche nach der geeigneten Pflegeeinrichtung

Für Außenstehende ist es nicht leicht zu erkennen, welchen Qualitätsstandard ein Pflegeheim hat. Um eine geeignete Pflegeeinrichtung auszuwählen, hilft es, sich zu informieren und nachzufragen.

Bedingungen vorab klären

Bevor sich Betroffene an Pflegeheime und ähnliche Institutionen wenden, sollten sie sich darüber bewusst sein, welche Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen sie für die Pflege brauchen. So gibt es ein weites Spektrum an Angeboten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen. Grundsätzlich wird zwischen ambulanter, teilstationärer und vollstationärer Pflege unterschieden.

Des Weiteren sollten Kosten der Pflege kalkuliert und festgestellt werden, welche und inwieweit soziale Hilfeleistungen, wie die Pflegeversicherung, die Finanzierung stützen.

Informationen einholen und Fragen stellen

Bei der Auswahl der stationären Pflegeeinrichtung sollten sich Pflegebedürftige und ihre Angehörigen intensiv über die Angebote der Einrichtungen informieren. Nicht nur individuelle Bedürfnisse, sondern auch strukturelle Bedingungen wie die Lage oder die Kundenfreundlichkeit der Einrichtung sollten Kriterien bei der Entscheidung sein. Seit dem 1. Januar 2014 müssen Pflegeeinrichtungen die Pflegekassen über ihr Angebot an ärztlicher, fachärztlicher und zahnärztlicher Versorgung informieren. Die Pflegekassen müssen diese Angaben veröffentlichen.

Um die Qualität des Personals und des Pflegeheims einschätzen zu können, sollten unter anderem folgende Fragen gestellt werden: Wird das Informationsmaterial zügig zugeschickt, werden Besichtigungstermine zeitnah vergeben? Macht die Pflegeeinrichtung einen optisch guten Eindruck und wird mit den Bewohnerinnen und Bewohnern höflich und nett umgegangen? Beachtet das Personal die Privatsphäre und klopft zum Beispiel an die Tür vor dem Betreten von Räumen?

Aus diesen Beobachtungen lassen sich erste Rückschlüsse darauf ziehen, wie wohl man sich später in seinem neuen Zuhause fühlen wird.

Nach dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) ist die Pflegeeinrichtung dazu verpflichtet, rechtzeitig vor Vertragsabschluss über ihr Leistungsangebot in leicht verständlicher Sprache zu informieren. Damit wird eine Vergleichbarkeit verschiedener stationärer Einrichtungen erleichtert.

Kündigung und Umzug

Wer nach dem Einzug erkennt, dass er in der Pflegeeinrichtung nicht angemessen betreut wird, sollte einen Umzug nicht scheuen. Das WBVG gewährt ein außerordentliches Kündigungsrecht innerhalb von zwei Wochen. Hierdurch wird ein Probewohnen ermöglicht.

Danach kann spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ablauf desselben Monats gekündigt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine fristlose Kündigung des Vertrags möglich. Hat in diesen Fällen der Unternehmer der Pflegeeinrichtung den Kündigungsgrund zu vertreten, besteht ein Anspruch auf Nachweis eines angemessenen Leistungsersatzes und auf Übernahme der Umzugskosten.