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Kinder- und Jugendhilfe: Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche, die seelisch behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht sind, haben einen eigenen Anspruch auf Eingliederungshilfe nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz. Beispielsweise dann, wenn das Kind oder der Jugendliche,

  • überaus große Ängste hat,
  • von einer Ess-Störung (zum Beispiel Magersucht) betroffen ist,
  • Sprachprobleme hat,
  • einkotet oder einnässt

und auf Grund dieser psychischen Belastungen und Besonderheiten die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, etwa in sozialer, schulischer oder beruflicher Hinsicht, beeinträchtigt ist.

Hilfe durch die Schule

Bei schulischen Defiziten, wie zum Beispiel Legasthenie und Dyskalkulie sollten vorrangig Hilfen durch die Schule selbst in Anspruch genommen werden.

Der Anspruch auf Eingliederungshilfe besteht unabhängig davon, wie lange oder wie schwer die "seelische Behinderung" (so formuliert es das Kinder- und Jugendhilfegesetz) des Kindes oder Jugendlichen ist. Ein erzieherischer Bedarf im Einzelfall ist auch nicht vorausgesetzt.

Die Feststellung der abweichenden seelischen Gesundheit erfolgt durch einen Arzt oder Psychotherapeuten. Über die Beeinträchtigung der Teilhabe in der Gesellschaft und die geeignete und notwendige Hilfe entscheidet das Jugendamt.

Arten der Hilfe

Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz können folgende Hilfen in Anspruch genommen werden:

  • ambulante Hilfen,
  • Hilfen in Kindertageseinrichtungen und anderen teilstationären Einrichtungen,
  • Leistungen durch geeignete Pflegepersonen und
  • Hilfen in sonstigen Wohnformen und Einrichtungen über Tag und Nacht.

Andere Regelungen bei körperlicher oder geistiger Behinderung

Für körperlich oder geistig behinderte oder von einer solchen Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche hat die Eingliederungshilfe nach dem Sozialgesetzbuch, Zwölftes Buch - Sozialhilfe (SGB XII) Vorrang vor dem Kinder- und Jugendhilfegesetz.