Inhalt

Kinder- und Jugendhilfe: Hilfe zur Erziehung

Unter dem Begriff der "Hilfen zur Erziehung durch die Jugendhilfe" werden verschiedene individuelle und/oder therapeutische Maßnahmen zusammengefasst. Die Leistungen können sowohl ambulant, teilstationär oder stationär erbracht werden.

Anspruch auf Hilfe zur Erziehung haben Eltern mit Sorgerechtsanspruch bei der Erziehung ihres Kindes oder Jugendlichen, wenn

  • keine Erziehung gewährleistet ist, die dem Wohl ihres Kindes oder ihres Jugendlichen entspricht und
  • die Hilfe für die Entwicklung geeignet und notwendig ist.

Unterstützung bei der Erziehung

Wenn Väter und Mütter mit Sorgerecht für ihre Kinder Hilfe, Rat oder Unterstützung bei der Erziehung benötigen oder mit der Aufgabe nicht mehr allein zurechtkommen, können sie sich an das Jugendamt, eine Beratungsstelle oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wenden.

Der Anstoß kann natürlich auch vom Kind oder Jugendlichen ausgehen. Diese haben das Recht, sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung an das Jugendamt zu wenden.

Hilfen zur Erziehung werden grundsätzlich nur auf Antrag gewährt und wenn das Jugendamt der Hilfeart zugestimmt hat. Die Hilfen werden jedenfalls immer freiwillig angenommen. Eine "Zwangsbetreuung" gibt es nicht. Erst, wenn das Kindeswohl gefährdet ist (zum Beispiel bei Kindesvernachlässigung) darf das Jugendamt (mit richterlicher Unterstützung) auch gegen den Willen der Eltern Maßnahmen ergreifen.

Geeignete Hilfen werden ausgewählt

Es wird jeweils die Hilfe ausgewählt, die für die Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen geeignet und notwendig ist. Die Wünsche und Vorstellungen der Eltern und der Kinder werden dabei berücksichtigt.

Hilfen für eine Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung können auch über 18-Jährige erhalten.

Hilfeplan bei längeren Maßnahmen

Wenn die Hilfe voraussichtlich länger als 6 Monate dauert, wird im Jugendamt gemeinsam mit den Eltern und Kindern ein Hilfeplan aufgestellt. Darin sind die Entscheidungsgrundlagen, die einzelnen Leistungen und die angestrebten Ziele festgeschrieben. Der Hilfeplan ist regelmäßig zu überprüfen und fortzuschreiben.

Zu den typischen Formen der Hilfen zur Erziehung zählen:

  • Familienunterstützende Hilfen (Erziehungsberatung, sozialpädagogische Familienhilfe, soziale Gruppenarbeit, Erziehungsbeistände)
  • Familienergänzende Hilfen (Tagesgruppe)
  • Familienersetzende/-ergänzende Hilfen (Vollzeitpflege, Heimerziehung oder sonstige Wohnformen, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung)