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Kinder- und Jugendschutz

Kinder und Jugendliche gehen mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Dabei sind sie sich nicht immer der Gefahren und Risiken des Alltags bewusst. Daher ist es wichtig, Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigungen und sie gefährdenden Einflüssen zu schützen.

Kinder- und Jugendschutz geht jeden an

Kinder und Jugendliche sollten dank ihrer Erziehung lernen, Gefahren zu erkennen. Väter und Mütter, Erzieherinnen und Erzieher und Lehrende sind gefordert, jungen Menschen Grenzen aufzuzeigen und entsprechende Kompetenzen zu vermitteln. Aber auch der Staat setzt sich für das Wohl von Kindern und Jugendlichen ein.

Kinderrechtskonvention

Die Kinderrechtskonvention (Übereinkommen über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen) wurde am 20. November 1989 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Am 5. April 1992 trat sie in Deutschland in Kraft. Sie regelt die Rechte des Kindes umfassend und gilt in fast allen Staaten der Erde, wodurch sie als Grundlage für den Kinder- und Jugendschutz und dessen Bestimmungen anzusehen ist. Ziele der Kinderrechtskonvention sind die weltweite Achtung, Förderung und Schutz der Kinderrechte sowie die Sicherstellung der Beteiligung von Kindern.

Kinderschutz im SGB VIII und im KKG

Das Achte Sozialgesetzbuch (SGB VIII - Kinder- und Jugendhilfe) und das Gesetz zur Kooperation und Intervention im Kinderschutz (KKG) enthalten umfassende Vorschriften zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Diese nehmen sowohl die Prävention von Gefahren für das Wohl von Kindern und Jugendlichen als auch die Intervention in Fällen von Kindeswohlgefährdung in den Blick.

Neben der Regelung vielfältiger Unterstützungs- und Beratungsangeboten, aber auch der Pflicht des Jugendamtes zur Inobhutnahme eines Kindes in einer dringenden Gefährdungssituation, ist hier insbesondere der in § 8a SGB VIII verankerte Schutzauftrag des Jugendamtes von zentraler Bedeutung. Danach hat das Jugendamt bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung das Gefährdungsrisiko einzuschätzen. Auf der Grundlage dieser Einschätzung ergreift das Jugendamt dann die notwendigen Maßnahmen zur Gefährdungsabwendung. Es nimmt das Kind/den Jugendlichen in Obhut, bietet den Erziehungsberechtigten geeignete Hilfen an und bzw. oder ruft das Familiengericht an.

Das SGB VIII enthält außerdem die rechtliche Grundlage für den Ausschluss einschlägig vorbestrafter Personen von haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Kinder- und Jugendhilfe. Im KKG enthalten ist u.a. die rechtliche Grundlage für leicht zugängliche Hilfeangebote für Familien vor und nach der Geburt und in den ersten Lebensjahren des Kindes („Frühe Hilfen“). Es befördert zudem den wichtigen Austausch zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Kinderschutz, wie zum Beispiel Ärzten, Jugendämtern, Schulen und Beratungsstellen.

Darüber hinaus regelt das KKG klar die rechtlichen Voraussetzungen zur Weitergabe von Informationen an das Jugendamt durch Berufsgeheimnisträger. Die Vorschriften zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im SGB VIII und im KKG beziehen Erkenntnisse aus dem Aktionsprogramm "Frühe Hilfen" und den Runden Tischen zu "Sexuellem Kindesmissbrauch" und zur "Heimerziehung" ein.

Das Jugendschutzgesetz

Das Jugendschutzgesetz regelt den Verkauf von Tabak, Alkohol, Filmen, Computerspielen sowie den Aufenthalt in Diskotheken und Gaststätten. Das Gesetz legt außerdem einheitliche Regelungen zur Nutzung von elektronischen Medien fest. Gleiches gilt für den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder.

Doch nicht nur der gesetzliche Rahmen wird von der Politik gestaltet; es wird auch aktiv Aufklärungsarbeit geleistet. Unter anderem informiert das Bundesjugendministerium auf seinem Internetportal "Jugendschutz Aktiv" Einzelhändler, Gastronomen und Veranstalter sowie Eltern, Kinder und Jugendliche zum Thema Jugendschutz.