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Schimpfwörter

Kinder lernen Schimpfwörter so wie andere Wörter auch: durch Zuhören und Nachsprechen. Beim Erlernen der Sprache hört ein Kind automatisch von den Eltern oder älteren Geschwistern Schimpfwörter. Es probiert sie einfach aus, plappert nach, was es hört, und freut sich über die Reaktion. Da Schimpfwörter von Erwachsenen gern in aufgeregten und lauten Situationen gebraucht werden, orientieren sich Kinder auch daran. So ist es nicht verwunderlich, wenn Schimpfwörter von Beginn an eine besondere Bedeutung bekommen.

Möchten Eltern den Gebrauch von Schimpfwörtern einschränken, gibt es einige hilfreiche Tipps:

  • Als Vorbild sollten Eltern darauf achten, selbst nur die Ausdrücke zu benutzen, die sie auch ihren Kindern erlauben würden. Kleine Kinder werden sie nachahmen und ebenfalls nur die Wörter verwenden, die die Eltern benutzen. Von älteren Kindern können Mutter und Vater nur das fordern, was sie selbst auch einzuhalten bereit sind. So haben ihre Kinder eine gute Orientierung.
  • Sind die Kinder noch klein (bis etwa vier Jahre), dann hilft oft das Ignorieren harmloser Schimpfwörter. Eine heftige Reaktion auf Schimpfwörter – egal ob positiv oder negativ – führt in aller Regel dazu, dass Kinder diese Wörter öfter verwenden, da sie dafür Aufmerksamkeit erhalten.
  • Ältere Kinder, die im Kindergarten oder in der Schule Schimpfwörter aufschnappen, nutzen diese gern als Provokation. Oft wissen sie nicht genau, was die Wörter bedeuten. Man sollte das Wort altersgerecht erklären und mit dem Kind gemeinsam überlegen, ob es selbst so bezeichnet werden möchte.
  • Eine klare Orientierung, welche Wörter zu Hause erlaubt sind und welche nicht, ist für Kinder wichtig. Herabwürdigende, besonders vulgäre und beleidigende Schimpfwörter sollten konsequent verboten werden.

Elternfrage: Die Freunde meines Sohnes benutzen Schimpfwörter, wenn sie bei uns zu Besuch sind. Kann ich sie ihnen verbieten?

Natürlich können Sie das! Auch, wenn die Freunde Ihres Sohnes in ihrem Elternhaus fluchen und Schimpfwörter benutzen dürfen, sollten Sie auf Ihre eigenen Regeln bestehen. Versuchen Sie, dem Besuch in freundlicher, aber bestimmter Weise zu erklären, dass in Ihrer Familie Regeln für den Gebrauch von Schimpfwörtern gelten und dass sich auch Besuch daran halten muss. Seien Sie auch Ihrem eigenen Kind gegenüber konsequent: Wollen sich Freunde nicht an die Regeln halten, sprechen Sie mit Ihrem Sohn darüber und erklären sie, warum sie für ihn dennoch gelten.

(Autorin: Regina Jauch, Diplompsychologin)