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Trotzphase

Irgendwann zwischen dem dritten und dem vierten Lebensjahr ist es bei den meisten Kindern so weit: Das sogenannte Trotzalter ist da. Das Kind macht jetzt entscheidende Entwicklungsschritte, in denen es die Unterstützung der Eltern dringend braucht.

Kinder wollen mit ihrem Trotz nicht ärgern. Eltern haben meist auch nichts falsch gemacht. Im Gegenteil: Das Kind lernt in der Trotzphase, dass es eine eigenständige, von den Eltern losgelöste Person mit einem eigenen, freien Willen ist. Zunächst hat es noch keine anderen Mittel, um seinen neu erwachten Willen durchzusetzen, als zu weinen, zu schreien oder sich auf den Boden zu werfen. Meistens gerät es dabei vor Frustration und Enttäuschung völlig außer Rand und Band. Es kann erst nach und nach lernen, Frustrationen auszuhalten, seine Wünsche zu begründen und Gefühle angemessener auszudrücken. Auch wenn Eltern in ihrem Umfeld häufig auf Unverständnis treffen, sollten sie eine klare Vorstellung haben, wie sie und ihr Kind gut durch diese Phase kommen können.

Wichtig ist dafür,

  • wenige, aber klare Regeln und Grenzen zu setzen.
  • Entscheidungen zu begründen und dabei klar, knapp und verständlich zu argumentieren.
  • mit dem Kind zu üben, seine Wünsche zu begründen.
  • sich als Eltern auch mal überzeugen zu lassen – das bedeutet nicht gleich mangelnde Konsequenz.
  • das Kind zu ermutigen, Dinge selbst zu machen oder zu entscheiden.
  • auch in Konfliktsituationen freundlich und bestimmt zu bleiben.
  • für bestimmte Abläufe mehr Zeit einzuplanen.

Manchmal hilft es bereits, wenn Eltern sich trauen, schwierige Situation auch einmal zu vermeiden: Wenn es jedes Mal Ärger beim Einkauf gibt, ist es für alle leichter, wenn ein Elternteil allein geht.


Elternfrage: Wie reagiere ich auf einen Trotzanfall?

Lassen Sie sich nicht durch einen Trotzanfall zum Durchsetzen des kindlichen Willens zwingen, sondern

  • bleiben Sie gelassen und ruhig – auch wenn es schwerfällt.
  • lassen Sie Ihr Kind sich an Ort und Stelle austoben oder nehmen Sie es ohne viele Worte mit an einen ungestörten Ort.
  • bleiben Sie ruhig, freundlich und fest bei Ihrer begründeten Entscheidung.
  • überraschen Sie Ihr Kind: Manchmal funktioniert Ablenkung.
  • schimpfen und bestrafen Sie nicht und lachen Sie es nicht aus. Ihr Kind leidet selbst am meisten unter einem solchen Ausbruch, den es noch gar nicht steuern kann.
  • machen Sie möglichst wenig Aufheben um einen Trotzanfall.
  • sprechen Sie in Ruhe darüber, aber erst, wenn Ihr Kind sich wieder gänzlich beruhigt hat.

Nach einem Trotzanfall braucht Ihr Kind schnelle Versöhnung, liebevolle Zuwendung und sogar Trost.

(Autorin: Katharina Ferber, Diplomsozialpädagogin)