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Schreien

Babys schreien – zum Glück! Denn wie sollten wir sonst wissen, wann die Windel voll, das Licht zu grell, der Lärm zu groß ist oder der Nachwuchs Hunger oder Schmerzen hat? Schreien ist für Babys der einzige Weg, mitzuteilen, dass sie sich unwohl fühlen. Und Schreien ist normal: Neugeborene schreien bis zu zwei Stunden am Tag, ab dem vierten Monat wird es dann weniger. Es liegt an den Eltern, herauszufinden, was nicht stimmt. Das kann vor allem zu Beginn sehr schwer sein. Besonders am Anfang ist es wichtig, nicht die Nerven zu verlieren. Auch wenn das Schreien durch Mark und Bein geht, sollten Eltern die Ruhe bewahren. Gibt es einen offensichtlichen Anlass für das Baby, etwa eine volle Windel oder drückt, zieht oder kneift ein Kleidungsstück? Hat es vielleicht Magenschmerzen, krümmt sich der Bauch? In vielen Fällen hilft es, wenn das Kind auf den Arm genommen, gestreichelt und ihm gezeigt wird, dass es nicht allein ist. Vorsicht: Kinder dürfen niemals geschüttelt werden!

  • Wenn ausdauerndes Babygeschrei zu viel wird, sollten sich Eltern Hilfe holen! Eltern brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn sie das Baby auch einmal an Großeltern, Geschwister, gute Freunde und Nachbarn geben. Wenn Mütter und Väter für eine gewisse Zeit Luft holen konnten, werden sie merken, dass Gereiztheit, Hilflosigkeit und Zorn verfliegen.
  • Beim Kinderarzt sind Eltern mit ihren Fragen gut aufgehoben. Zudem bieten verschiedene Einrichtungen Hilfe und Beratung an, etwa die Schreiambulanz oder Erziehungs- und Familienberatungsstellen.

Im Laufe der Zeit entwickeln sich die Schreirufe des Babys und werden je nach Anlass unterschiedlich – gleichzeitig finden Eltern mehr und mehr heraus, wie sie ihr Kind beruhigen können. Jetzt lässt sich das Schreien auch schon deuten:

  • Wenn Babys zugleich an Finger oder Fäustchen nuckeln, ist das ein Zeichen, dass es Hunger hat. Muttermilch wird schneller als Flaschenmilch verdaut, deshalb kann es zwischen den Stillzeiten auch zu kürzeren Abständen kommen, manchmal nur zwei bis drei Stunden. Manchmal wollen Babys auch einfach nur saugen oder nuckeln, dann hilft auch schon ein Schnuller.
  • Babys brauchen Hautkontakt. Manchmal schreien sie, sobald sie ins Bettchen gelegt werden, obwohl sie auf dem Arm bereits geschlafen hatten. Eltern sollten ihr Kind nicht schreiend allein lassen, sondern versuchen, es mit Streicheln, leisem Singen oder Sprechen zu beruhigen.
  • Häufiges Wickeln hilft, das unangenehme Gefühl nasser Windeln zu mindern – dies ist vor allem wichtig, wenn Babys einen wunden Po haben.
  • Babys können manchmal die Flut an neuen Eindrücken nur schwer verarbeiten. Das ist vor allem daran zu erkennen, wenn Babys am Ende eines ereignisreichen Tages nicht nur unruhig strampeln, sondern auch beginnen, durchdringend zu schreien. Trotz großer Müdigkeit können sie nicht einschlafen, sind zu überdreht. Durch Hin- und-her-Tragen, in-den-Armen -Wiegen oder Streicheln, lassen sich viele Babys beruhigen. Dafür brauchen sie eine ruhige Atmosphäre in mildem Licht ohne viel Ablenkung, in der sie sich langsam entspannen können.
  • Schreien Babys im Schlaf, muss oft nur seine Liegeposition geändert werden, es hat sich womöglich einen Arm eingeklemmt oder sich verdreht.
  • Bei andauerndem Schreien sollten Eltern den Unterbauch ihres Babys abtasten: Ist er hart und prall, plagen es womöglich Bauchschmerzen. Blähungen treten bei Babys vor allem zu Beginn sehr häufig auf. Eine sanfte Massage von Bauch und Rücken schafft Erleichterung und hält Babys warm. Bei älteren Babys hilft ungesüßter Fencheltee.

Elternfrage: Unser Sohn ist sechs Wochen alt und schreit meist am späten Nachmittag eine ganze Weile ohne für uns ersichtlichen Grund. Was steckt dahinter und was können wir tun?

Viele Eltern kennen eine solche „Schreistunde“ bei ihrem Kind. Wissenschaftlich sind die Ursachen für dieses Phänomen jedoch noch nicht genau bekannt.

Eine mögliche Erklärung besteht darin, dass das Baby tagsüber sehr viele Eindrücke verarbeiten muss. Abends muss es erst einmal die angestauten Spannungen loswerden. Sorgen Sie für Ruhe und vermitteln Sie Ihrem Kind, verstanden und angenommen zu sein. Mit der Zeit stellen die Kinder die „Schreistunde“ meistens von selbst ein.

(Autorin: Birgit Storr, Diplompädagogin)

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