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Trennung und Scheidung

Wenn eine Partnerschaft zerbricht, ist dies mit Abschied und Schmerz verbunden. Aber auch mit Aufbruch und neuen Chancen. Die größte Herausforderung für Eltern besteht darin, ihre Kinder wohlbehalten durch die Trennung zu führen.

Eltern bleiben Eltern

Kinder haben die Trennung und Scheidung ihrer Eltern meistens nicht gewollt. Aber sie sind davon betroffen. Sie brauchen ihre Eltern und wollen weiterhin von ihnen geliebt und versorgt werden. Der wichtigste Vorsatz sollte daher sein, dass die Eltern bei allen Entscheidungen das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellen. Dazu gehört auch, dass sie die Kinder aus den Paarkonflikten heraushalten und den anderen Elternteil vor dem Kind nicht beschimpfen oder schlechtmachen. Kinder brauchen eine möglichst ungetrübte Beziehung zu beiden Eltern.

Den Umgang nach einer Trennung gemeinsam regeln

Für ein Kind ist besonders wichtig, wie der Umgang nach der Trennung geregelt wird. Neben dem regelmäßigen Kontakt mit beiden Eltern gehört hierzu auch der Umgang mit Geschwistern, Großeltern und anderen für das Kind wichtigen Personen.

  • Der Umgang sollte einvernehmlich zwischen beiden Eltern vereinbart werden, eventuell mit Unterstützung einer dritten Person.
  • Wichtige Vereinbarungen sollten schriftlich festgehalten werden.
  • Das Kind sollte altersgerecht an der Umgangsregelung beteiligt werden.
  • Getroffene Vereinbarungen sollten regelmäßig überprüft werden: Umgangsregelungen sollten „mitwachsen“.
  • Wenn es doch zu Problemen kommt: Nach Trennung und Scheidung haben Eltern und Kinder Anspruch auf Beratung und Hilfe.

Elternfrage: Ich habe Angst, dass unsere Kinder zu sehr unter unserer Trennung leiden. Wie können wir mit dieser neuen Situation umgehen?

Die Auflösung der bisherigen Familie ist für jedes Kind ein Entwicklungsrisiko. Aber genauso wie Erwachsene können Kinder an den Herausforderungen wachsen. Auch Scheidungskinder können glücklich sein. Sicher ist auch, dass Kinder mehr darunter leiden, wenn ihre Eltern zusammenbleiben und Streit und Aggression den Alltag beherrschen. Wichtig ist vor allem, dass beide Eltern die Bedürfnisse des Kindes im Blick behalten und zum Wohl des Kindes kooperieren.

(Autor: Dr. Jörg Maywald, Soziologe)