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Babysitter: Mehr Zeit

Eltern müssen nicht unbedingt auf gemeinsame Aktivitäten verzichten. Wenn daheim ein zuverlässiger Babysitter das Kind betreut, können sie, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, zu Freunden, zum Essen, ins Kino oder zum Sport gehen.

  • Häufig gibt es bereits jemanden im Verwandten- oder Bekanntenkreis, den Eltern ansprechen können: Großeltern, ältere Kinder von Freunden (ab etwa 14 Jahren) oder ältere Menschen in der Nachbarschaft. Vielleicht finden sich auch andere Eltern, mit denen man sich bei der Betreuung der Kinder abwechseln kann. Oft hilft ein Aushang im Kindergarten, im Gemeindezentrum oder beim Kinderarzt bei der Suche. Besonders hilfreich sind Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis.
  • Hilfreich für die Zufriedenheit aller ist es, bereits in einem ersten Gespräch zu klären, wann der Babysitter kommen soll und welche Aufgaben er übernimmt: Kann er das Kind allein wickeln oder füttern? Soll er das Essen zubereiten?
  • Dazu gehören auch die Erziehungsgrundsätze der Eltern: Welche Regeln und Rituale gibt es in der Familie – etwa die Geschichte vor dem Einschlafen, ein warmes Bad am Abend, eine halbe Stunde fernsehen.
  • Eltern verlassen sich meist auf ihr Empfinden, wenn es um die Eignung des Babysitters geht. Sympathie spielt hier eine große Rolle.
  • Zum ersten Gespräch gehört auch eine Einigung über die Bezahlung. Sind Eltern unsicher, was angemessen ist, können erfahrene Bekannte meist gute Tipps geben.
  • Wenn Eltern ohne den Nachwuchs ausgehen, ist es hilfreich, wenn eine Telefonnummer hinterlassen wird, unter der sie erreichbar sind.

Kinder brauchen in der Regel einige Zeit, um sich an neue Betreuungspersonen zu gewöhnen. Sollten sie den Babysitter nicht sofort akzeptieren, ist das zunächst noch kein Grund aufzugeben. Es ist wichtig, dass Kinder den Babysitter kennenlernen, bevor er das erste Mal allein aufpasst: Ein gemeinsamer Spielenachmittag, bei dem die Eltern sich im Hintergrund halten, oder ein gemeinsamer Spaziergang eignen sich besonders zum gegenseitigen Kennenlernen.

Elternfrage: Wie können wir uns vergewissern, dass unsere Babysitterin auch im Notfall zuverlässig handelt?

Geben Sie Ihrem Babysitter Ihre eigene Telefonnummer und auch die von Freunden, nahestehenden Nachbarn und Verwandten. Zudem sollten Sie die Rufnummer des Kinderarztes beilegen. Sie können Ihren Babysitter auch nach sogenannten Babysitter-Diplomen oder der Absolvierung von Fortbildungen und Kursen fragen. Bei einer längerfristigen Beschäftigung könnte sich eine solche Fortbildung sowohl für Sie als Eltern wie auch für die Babysitterin lohnen: Sie haben ein gutes Gefühl und für ihre Babysitterin kann diese zusätzliche Qualifikation vielleicht sogar an anderer Stelle hilfreich sein. Das Deutsche Rote Kreuz bietet „Erste Hilfe am Kind“-Seminare an, die Betreuungskräften notwendiges Wissen für Notfallsituationen vermitteln.

(Autor: Hubert Heeg, Diplompädagoge)