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Schule: Übergang vom Kindergarten in die Schule

Die Einschulung eines Kindes stellt einen wichtigen Schritt in seinem und dem Leben der Familie dar: Das Kind wird ein wenig erwachsener und unabhängiger von den Eltern. Ob ein Kind schulfähig ist, also die nötige Reife und den Wunsch hat, ein Schulkind zu werden, hängt nicht nur von seiner geistigen Entwicklung ab. Auch körperlich und sozial muss es den Schulalltag bewältigen können. Zudem sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache notwendig, damit Kinder und Lehrer sich verständigen können.

Im letzten Jahr vor der Schule schätzen verschiedene Experten die Schulfähigkeit der Kinder ein:

  • Ein Arzt beurteilt bei der Einschulungsuntersuchung die gesundheitliche und kognitive Leistungsfähigkeit.
  • Eine sozial-emotionale Einschätzung der pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten fließt in die Bewertung der Schulfähigkeit ein: Sie nehmen meist dazu Stellung, wie ein Kind mit anderen Kindern umgeht, wie es sich in die Gruppe eingliedert und dort zurechtkommt.
  • Zusätzlich besteht in vielen Kommunen die Möglichkeit, die sogenannten Kooperationslehrer der künftigen Grundschule mit einzubeziehen: Sie haben mit den Vorschulkindern regelmäßig Kontakt und dienen als Ansprechpartner für Eltern und Erzieher.

Doch was bedeutet Schulfähigkeit?

Die Schulfähigkeit ist an Erwartungen geknüpft, die für die Einschulung eines Kindes als notwendig erachtet werden. Beispielsweise sollte ein Kind mit der Schere schneiden und mit Bleistift und Papier umgehen können. Auch sollte es seinen Namen und seine Adresse nennen sowie Formen, Farben und Größenunterschiede unterscheiden können. Fördern Sie als Eltern diese Fähigkeiten, indem sie spielerisch mit ihren Kindern die Farben und Formen üben (durch beispielsweise gemeinsames Malen), kleinere Aufträge vergeben und darauf achten, dass das Kind Ausdauer und Durchhaltevermögen aufbringt.

Da jedes Kind jedoch eine eigene Persönlichkeit ist, wird es manche Fähigkeiten schneller, manche langsamer erlernen. Eltern sollten deshalb ihrem Kind die Zeit geben, die es benötigt, und es ermutigen, offen zu sein für Neues und Unbekanntes.

Damit Kinder eine Vorstellung von der zukünftigen Schule bekommen, sollten Eltern bereits vor der Einschulung die Möglichkeit nutzen, diese neue Einrichtung zusammen mit ihrem Kind kennenzulernen, indem sie beispielsweise einen Besuchstermin vereinbaren.

Elternfrage: Meine Tochter wird in diesem Herbst eingeschult. Wie kann ich sie darauf vorbereiten?

Für die Kinder ist der Eintritt in die Schule ein großes Ereignis, dass mit sehr viel Vorfreude, aber auch mit Angst und Unsicherheit verbunden sein kann. Bestärken Sie Ihre Tochter in der Vorfreude. Das Einüben des Schulweges, das Kennenlernen des Schulgebäudes oder der zukünftigen Lehrkraft können helfen, Unsicherheiten abzubauen. Nutzen Sie Alltagsrituale, um Ihr Kind im sprachlichen, mathematischen oder körperlichen Bereich zu stärken. Das Zählen beim Tischdecken, das regelmäßige Vorlesen und  Erzählen von Geschichten, selbstständiges An- und Ausziehen oder das gemeinsame Spielen von Gesellschaftsspielen unterstützen Ihr Kind im Bildungsprozess.

(Autorin: Heidrun Jansen-Czaja, Diplomsozialpädagogin)