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Linkshändigkeit

„Nimm doch das schöne Händchen.“ Diesen Satz hören Kinder glücklicherweise nicht mehr oft. Linkshändigkeit wird heute nicht nur akzeptiert, sondern gilt als normal. Etwa jedes fünfte Kind ist heute Linkshänder. Bei diesen Kindern liegt das Bewegungszentrum für die führende linke Hand in der rechten Gehirnhälfte. Bei Rechtshändern ist das umgekehrt.

Linkshändigkeit entwickelt sich ganz natürlich: Schon bei Ein- bis Zweijährigen können Eltern eine bevorzugte Hand erkennen. Im Alter von 6 Jahren ist diese Handdominanz eindeutig.

Grundsätzlich sollten Kinder nicht von Linkshändern zu Rechtshändern umerzogen werden, denn dies kann zu negativen Begleiterscheinungen führen. Sie können sich nur schlecht konzentrieren, sind oft ungeschickt, verwechseln Buchstaben (p und q oder b und d) und leiden oft ein Leben lang darunter, nicht klar links und rechts unterscheiden zu können.

  • Wichtig ist, dass Eltern darauf achten, welche Hand ihr Kind von sich aus als dominante Hand nutzt, und es darin unterstützen, diese Hand weiterhin so zu gebrauchen.
  • Wertungen wie die „gute“ oder „schöne“ Hand sind unangebracht. Linkshänder sind ebenso intelligent und motorisch geschickt wie Rechtshänder.
  • Durch geeignete Hilfsmittel bekommen linkshändige Kinder von Anfang an ebenso viel Übung wie rechtshändige Kinder. Heutzutage gibt es viele Alltagsgegenstände, die speziell für Linkshänder entwickelt wurden, beispielsweise Scheren, Dosenöffner, Lineale oder sogar Musikinstrumente.

Elternfrage: Ich kann bis jetzt noch nicht erkennen, ob mein Kind Links- oder Rechtshänder ist. Wie kann ich dies herausfinden?

Kinder schauen sich ab, wie Menschen in ihrer Umgebung die Hände benutzen. Es ist normal, dass sowohl rechts- als auch linkshändige Kinder für einfache Handlungen beide Hände gleichberechtigt nutzen. Bei kniffligen Dingen, etwa dem Auffädeln von Perlen auf eine senkrecht feststehende Holzstange oder einen Metallstab, können Eltern gut sehen, welche Hand die Perlen fädelt. Das ist dann die dominante Hand des Kindes.

(Autorin: Regina Jauch, Diplompsychologin)