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Beruf: Berufsorientierung

Wenn Kinder noch klein sind, haben sie oft ganz konkrete Wünsche, welchen Beruf sie ergreifen, „was sie später einmal sein“ wollen. Viele träumen davon, Feuerwehrmann, Tierärztin, Polizist oder Lehrerin zu werden. Mit zunehmendem Alter verändern sich diese Träume: Die Kinder entwickeln ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten, später kommen Überlegungen wie zum Beispiel die Lage auf dem Arbeitsmarkt hinzu. Gerade weil die Berufswünsche sich noch häufig ändern, sollten Eltern frühzeitig mit ihren Kindern über deren Vorstellungen sprechen. In diesen Gesprächen ist es wichtig, den Kindern keine Wünsche auszureden, aber ein realistisches Bild von dem Beruf zu vermitteln. Denn die Berufswahl ist ein entscheidender Baustein für die Planung des künftigen Lebensweges. Natürlich sind nicht alle Wechselfälle des Lebens vorhersehbar. Den künftigen Beruf sollte man dennoch besonders sorgfältig und fundiert wählen, denn von ihm hängen Chancen und Entwicklungsperspektiven ab – und damit auch die persönliche Zufriedenheit.

Jugendliche sollten sich spätestens ab der 8. Klasse ernsthaft mit der Frage der Berufswahl auseinandersetzen. Sie müssen dabei spüren, dass ihre Eltern sie unterstützen. Studien belegen, dass sie für Jugendliche die wichtigsten Ratgeber bei der Berufswahl sind.

Berufsorientierung sind nicht allein Informationen über Berufe und das Angebot an Ausbildungsplätzen. Auch Interessen, Stärken, Schwächen, Vorlieben und Fähigkeiten des Kindes müssen berücksichtigt werden. In Vorbereitung auf die Berufswahl sollten Eltern gemeinsam mit ihrem Kind Fragen klären, wie:

  • Welchen Beruf kann sich das Kind vorstellen?
  • Ist es den Anforderungen des Berufes gewachsen?
  • Welche Stärken hat das Kind?
  • Entsprechen seine Stärken dem Anforderungsprofil?
  • Welcher ist der beste Weg, um den gewünschten Beruf ergreifen zu können (Studium oder Ausbildung)?
  • Wie kann der Einstieg in das Berufsleben bestmöglich vorbereitet werden? Welche Voraussetzungen sind notwendig? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Ausschlaggebend bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist und bleibt das Zeugnis. Neben den Noten in Mathe oder Deutsch interessieren sich Arbeitgeber für die Fehlzeiten (insbesondere für die unentschuldigten), auch für die sogenannten Kopfnoten, für Betragen und Mitarbeit.

Vielen Jugendlichen gelingt der Einstieg in eine Ausbildung direkt nach dem Schulabschluss. Andere wiederum finden trotz vielfacher Bewerbungen keinen Ausbildungsplatz. Eltern können auch hier Hilfestellungen geben und sollten ihre Kinder stets ermutigen.

Elternfrage: Wie kann ich mein Kind bei der Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche unterstützen?

Wenn Sie Ihr Kind bei der Berufswahl unterstützen möchten, dann heißt es: dranbleiben! Als Eltern können Sie sich auf viele Arten einbringen:

  • Informationsangebote der Schule nutzen: Es werden zum Teil auch Elternabende zum Thema Berufe und Berufswahl angeboten. Wenn es in der Schule solche Angebote nicht gibt, könnten Sie dies bei den Lehrerinnen und Lehrern anregen.
  • Informationen und Beratungsangebote bietet auch das Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur, das Sie gemeinsam mit Ihrem Kind aufsuchen können.
  • Nutzen Sie die Lehrstellenbörsen im Internet!
  • Besuchen Sie regionale Messen! Manchmal ergeben sich dadurch Kontakte zu Betrieben, die ausbilden.
  • Lesen Sie die Bewerbungen Ihrer Kinder, geben Sie Ratschläge oder suchen Sie Hilfe, wenn Sie sich selbst  unsicher sind: Bitten Sie Lehrer oder Freunde und Bekannte, die Bewerbung zu lesen!
  • Außerdem hilfreich bei der Suche nach einem geeigneten Beruf sind Praktika und Ferienjobs in Betrieben. Hier haben Jugendliche die Möglichkeit, über einen bestimmten Zeitraum einen ersten Einblick in das Berufsfeld zu erlangen. Zudem bewerten es Arbeitgeber sehr positiv, wenn sich Jugendliche bereits im Vorfeld über das spätere Ausbildungs- und Arbeitsgebiet informiert haben.

(Autorin: Berit Heintz, Diplomlehrerin)