Inhalt

Schule: Prüfungsangst

Manche Kinder und Jugendliche entwickeln im Laufe ihres Lebens, meist in der Schulzeit, eine Angst vor Prüfungen oder prüfungsähnlichen Situationen, die weit über das übliche Aufgeregtsein hinausgeht. Die Befürchtung, das Geforderte nicht leisten zu können, kann durch negative Vorerfahrungen (beispielsweise ein Referat, das schon einmal misslungen ist) oder durch Erzählungen von anderen (z. B. eine Lehrkraft, die als besonders streng gilt) entstehen. Auch ein gering ausgeprägtes Selbstbewusstsein kann Ängste hervorrufen.

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen schreiben sich in diesen Situationen selbst den befürchteten Misserfolg einer Prüfung zu. Sie erwägen kaum, dass auch andere Faktoren wie Uhrzeit, Auswahl der geprüften Themen oder die Tagesverfassung aller Beteiligten eine Klausur oder Prüfung mitentscheiden können.

Prüfungsängste bei Schülern zeigen sich vor allem durch:

  • Kopfschmerzen, Bauchschmerzen vor Klassenarbeiten
  • schweißnasse Hände, Schlafstörungen vor der Klassenarbeit
  • Fernbleiben vom Unterricht/zur Klassenarbeit
  • Blackout: Der Schüler versteht die Fragen nicht mehr und kann keinen klaren Gedanken mehr fassen
  • sorgenvolle Gedanken vor und nach der Klassenarbeit (etwa: Ich kann das nicht, ich schaffe das nicht. Oder: Hoffentlich habe ich gut abgeschnitten.).

Elternfrage: Wie können wir unserem Kind helfen, mit der Prüfungsangst fertig zu werden?

Das Erlernen von Entspannungstechniken, etwa autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, kann hilfreich sein.

Hilfreich ist ebenso, eine Lernstruktur für die Vorbereitung auf eine Prüfung zu schaffen:

  • 1. Schritt Fester Arbeitsplatz: Schaffen Sie einen vernünftigen Arbeitsplatz,  an dem Ihr Kind nicht gestört wird und der übersichtlich und aufgeräumt ist. Handys, MP3-Player, Spielekonsolen und Ähnliches sollten außer Reichweite sein.
  • 2. Schritt Übersicht schaffen: Klären Sie, um welchen Lernstoff  es geht, was zu tun und wie viel Zeit notwendig ist. Aus der allgemeinen Psychologie wissen wir, dass Menschen je nach Situation und Fähigkeiten nur begrenzt neue Informationen im Kurzzeitgedächtnis speichern können. Alles, was darüber hinaus gelernt wird, wird auch schnell wieder vergessen. Viele kleine Lerneinheiten und viele Wiederholungen unterstützen ein sinnvolles Arbeiten. Der Einsatz einer Lernkartei kann dabei sinnvoll sein.
  • 3. Schritt Eine klare Zeiteinteilung: Legen Sie gemeinsam klare Zeiten für die Lerneinheiten und anschließende Pausen fest. Eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit hilft dabei, sich nicht ausschließlich mit der Angst vor der Angst zu beschäftigen.

Bringen elterliche Hilfestellungen keine Verbesserungen, kann auch das Aufsuchen einer schulpsychologischen Beratungsstelle oder das Hinzuziehen eines Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sinnvoll sein.

(Autorin: Elke Dörflinger, Diplompsychologin)