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Schule: Zeugnisse und Versetzung

Mehr als ein Viertel aller Schüler hat Angst vor einem Versagen in der Schule, in Gymnasien sogar rund jeder Dritte. Diese Angst beeinträchtigt das allgemeine Wohlbefinden und kann auch ernste gesundheitliche Folgen haben.

Miteinander über schlechte Noten sprechen

In vielen Fällen führen schlechte Zeugnisse und Noten zu belastenden Dauerkonflikten in der Familie. Eltern sind enttäuscht, dass ihre Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt wurden. Schülerinnen und Schüler schämen sich häufig, gestehen es sich und anderen jedoch nicht ein. Die meisten haben in Wahrheit große Angst, nicht versetzt zu werden.

  • Wenn Kinder schlechte Zeugnisse nach Hause bringen, ist es immer wichtig, mit ihnen gemeinsam nach den Gründen zu suchen.
  • Ebenso sollte gemeinsam nach Lösungen für das kommende Schuljahr gesucht werden. Die Formulierung und Planung von realistischen und konkretren Zielen ist hilfreich, weil diese dann auch angegangen werden können und die Schülerinnen und Schüler positive Erfahrungen machen können.
  • Beschimpfungen oder Strafen sind fehl am Platz, unter anderem weil die Kinder und Jugendlichen häufig selbst unter den schlechten Noten leiden. Sie brauchen auch dann Anerkennung für ihre Leistungen, wenn nicht alle Erwartungen erfüllt oder Ziele erreicht wurden.

Realistische Erwartungen stellen

Eltern sollten hinterfragen, ob ihre Erwartungen an die Noten der Kinder realistisch waren oder ob die Ziele womöglich zu hoch gesteckt wurden. Zu hohe Erwartungen führen immer zu Enttäuschungen und oft zu Konflikten, die die Ängste vor Schulversagen verstärken.

Damit schlechte Noten nicht überraschen und frühzeitig Lösungen gefunden werden können, sollten Eltern regelmäßig an Elternabenden oder Elternsprechtagen teilnehmen, um sich über die schulischen Leistungen ihrer Kinder zu informieren.

Elternfrage: Die Schulferien stehen vor der Tür. Sollten wir unser Kind auch in dieser Zeit zum Lernen anhalten?

Die Schulferien sollten erst einmal der Erholung dienen und genutzt werden, um Abstand zu gewinnen. Wenn Nacharbeiten oder Übungen notwendig sind, gehören sie nicht an den Anfang der Ferien.

Wann und mit welchem Ziel später in den Ferien gelernt und geübt wird, sollte dennoch gleich zu Beginn festgelegt und vereinbart werden.

Gegen Ende der Ferien ist es dann wichtig, dass Sie Ihr Kind auf die Schulzeit vorbereiten: die einzelnen Fächer durchgehen, Schulmaterialien auf Vollständigkeit überprüfen und nachfragen, was in den ersten Wochen nach den Ferien ansteht.

Schulpsychologische Dienste richten zu den Zeiten der Zeugnisausgabe häufig zusätzliche telefonische Sprechzeiten ein.

(Autorin: Elke Dörflinger, Diplompsychologin)