Inhalt

Schule: Lernen

Arbeitsorganisation, eine vernünftige Zeiteinteilung, Spaß und Anerkennung sind Grundpfeiler für erfolgreiches Lernen. Es eignet sich jedoch nicht jeder Weg für jeden Menschen. Aus der Lernpsychologie weiß man inzwischen, dass wir 22 Prozent von dem, was wir hören, 30 Prozent von dem, was wir sehen, 50 Prozent von dem, was wir hören und sehen, und 90 Prozent von dem, was wir selbst tun, behalten können. Es ist also immer am besten, wenn Kinder die Dinge selbst tun und ausprobieren können.

Wie lernen Kinder richtig?

Es gibt keine Patentrezepte und auch die einzig richtige Methode, die für alle Kinder gilt, ist noch nicht gefunden worden. Kinder müssen das Lernen erst lernen. Dies sollte angemessen und in Absprache mit den Lehrern, neben dem, was in der Schule vermittelt wird, erfolgen.

Beim Lernen ist es wichtig, die richtigen Prioritäten zu setzen, vor allem zeitlich. Dafür hilft es, sich mit dem Kind gemeinsam die Termine für Klassenarbeiten, Mappenabgaben oder Schulprojekte anzusehen und danach zu entscheiden, was derzeit dringend gelernt oder gemacht werden muss.

Damit ein Kind erfolgreich lernen kann, ist es von zentraler Bedeutung, dass es sich ausschließlich auf eine Sache konzentriert. Hier kann ein vorher aufgestellter Lernplan helfen, in dem auch genügend Zeit eingeräumt wird, das Gelernte zu wiederholen und Unterrichtsstoff – und nicht nur die Hausaufgaben – vor- und nachzubereiten.

Es sollte zudem versucht werden, das Lernen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, also zum Beispiel auf Englisch folgt Biologie und nicht Deutsch. Bedenken sollten Eltern dabei auch: Je mehr Informationen ihr Kind aufnehmen muss, umso schwieriger wird es für das Kind, die wirklich wichtigen und entscheidenden Informationen herauszufiltern. Kurze Pausen zwischen den einzelnen Aufgaben, in denen kurz an die Luft gegangen wird oder eine Runde gespielt werden darf, helfen da weiter.

Ausgleich zwischen Schule und Freizeit finden – wie geht das?

Über die kurzen Pausen hinaus sollten Eltern und Kinder gemeinsam feste Lern- und Freizeitphasen vereinbaren. Kinder brauchen außerhalb der Schule Anregungen durch Hobbys und Zeit mit Freunden. Die Freude darauf macht das Lernen oft leichter.

Auf schlechte Noten sollten Eltern auch nicht die Freizeiten oder geliebten Hobbys ihres Kindes streichen. Dies führt in der Regel nur zum Gegenteil des Gewünschten und das Kind könnte sich hierdurch generell gegen das Lernen sperren. Natürlich sind angemessene Konsequenzen wichtig.

Kinder brauchen außerhalb von Schule Spaß, Anregungen und Erfolge. Das hilft auch, Misserfolge besser zu verkraften und weiterzumachen, wenn es in der Schule mal nicht so gut läuft. Gemeinsam mit dem Kind sollten Eltern überlegen, was es gern als Ausgleich tun würde, und ihr Kind in seinen Hobbys unterstützen. Toben, spielen, Freunde treffen, einem Hobby oder einer Leidenschaft nachgehen haben den gleichen Stellenwert wie das Lernen.

Eltern sollten zudem die Selbstständigkeit ihres Kindes fördern und es zunächst mit seinen Aufgaben für sich lassen. Sie können ihrem Kind Unterstützung beim Lernen anbieten, sollten diese jedoch nicht aufzwingen. Manche Kinder lernen lieber und effektiver allein, andere brauchen und wollen eine enge Unterstützung beim Lernen. Es hilft Ihrem Kind nicht, wenn Mutter oder Vater die Aufgaben lösen können. Wichtiger ist, dem Lernenden den Weg zum Ziel zu erklären, aber das Kind den Weg immer allein gehen zu lassen. Kommt es jedoch auch nach langem Versuchen nicht weiter oder hat es Fragen, ist es wichtig, dass Eltern sich die Zeit nehmen, geduldig darauf einzugehen.

Elternfrage: Was sieht eine gute Vorbereitung auf eine Klassenarbeit aus?

Für jeden Lernstoff gilt: Lernen Sie lieber 30 Minuten am Tag intensiv und effektiv mit Ihrem Kind als zwei bis drei Stunden, die oft in Ermüdung, Nachlassen der Konzentration und schlimmstenfalls in Ärger und Stress ausarten. Steht bald eine Klassenarbeit an, sollte zunächst überprüft werden, wie viel Zeit noch bleibt und was es zu lernen gilt. Dann lässt sich die Zeit besser einteilen: Bei einer Englischarbeit etwa könnte es Sinn machen, jeden Tag zehn Minuten Vokabeln zu lernen und eine grammatikalische Regel schriftlich anhand von Übungsaufgaben zu bearbeiten. Die Eltern können dann Vokabeln abfragen und die Übung überprüfen. Jede Lerneinheit für eine Klassenarbeit sollte täglich zwischen 30–40 Minuten lang sein, aber nicht mehr als eine Stunde.

Eine regelmäßige Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffs bzw. des Gelernten sichert ab, dass vor den Klassenarbeiten kein „Lernstress“ entsteht. Ihr Kind ist dann optimal vorbereitet und es braucht nur noch alle notwendigen Regeln und Aufgaben zu wiederholen. Dies ist im Übrigen auch die beste Möglichkeit, Prüfungsängsten vorzubeugen.

(Autor: Hendrik Stoya, Diplomsozialarbeiter)