Inhalt

Hilfe und Beratung für Familien mit geringem Einkommen

Kinder dürfen für ihre Eltern kein Armutsrisiko darstellen. Deshalb unterstützt die Bundesregierung Familien mit geringem oder keinem Einkommen dabei, ihren Alltag finanziell zu bewältigen.

Grundlegende Unterstützungsleistungen

Unter bestimmten Voraussetzungen werden staatliche Hilfeleistungen wie das Arbeitslosengeld II sowie das Sozialgeld, die Sozialhilfe, der Kinderzuschlag oder das Wohngeld gewährt. Die wesentlichen Bedürfnisse von Familien mit geringem Einkommen oder Eltern auf Arbeitssuche werden somit durch verschiedene Leistungen gedeckt. Der Familien-Wegweiser bietet einen ersten Überblick über die wichtigsten Regelungen und Hilfen. Grundlegende Informationen und Orientierungsmöglichkeiten finden sich zudem auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit.

Arbeitslosengeld II und Kinderzuschlag

Das Arbeitslosengeld II soll eine Grundsicherung des Lebensunterhaltes für Erwerbsfähige, Arbeitsuchende und Erwerbstätige mit niedrigem Einkommen gewährleisten. Was dem Einzelnen dabei zusteht, hat der Gesetzgeber in sogenannten "Regelbedarfen" festgelegt. Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben erwerbsfähige Hilfebedürftige, die das 15. Lebensjahr vollendet und das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ebenfalls Anspruch haben Angehörige, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben.

Der Kinderzuschlag entlastet Eltern, die mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Er beträgt monatlich bis zu 160 Euro je Kind, ab 1. Januar 2017 170 Euro. Eltern haben Anspruch auf Kinderzuschlag für ihre unter 25 Jahre alten Kinder, wenn

  • das Kind unverheiratet ist und in ihrem Haushalt lebt,
  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
  • mit dem Einkommen die Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
  • der Bedarf der Familie durch die Zahlung von Kinderzuschlag gedeckt ist und deshalb kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II/Sozialgeld besteht.

Eltern, die den Kinderzuschlag beziehen, können für ihre Kinder auch Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten.

Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Um nach der Geburt eines Kindes beziehungsweise nach der Elternzeit möglichst schnell wieder arbeiten zu können, benötigen Eltern eine qualifizierte und finanziell tragbare Kinderbetreuung. Die Kommunen beteiligen sich an den Kosten - ob bei der Tagesmutter, der Kindertagesstätte, dem Kindergarten oder dem Hort. Die Höhe des Betrags ist von Bundesland zu Bundesland verschieden und hängt vom Einkommen der Eltern ab.

Bildungs- und Teilhabeleistungen

Familien, die Arbeitslosengeld II/Sozialgeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, haben einen Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen für alle im Haushalt lebenden Kinder. Sie werden bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen als Geld- oder Sachleistungen gewährt. Hierzu zählen:

  • ein- und mehrtägige Schul- und Kita-Ausflüge
  • der persönliche Schulbedarf der Kinder und Jugendlichen
  • die Beförderung zur Schule
  • angemessene Lernförderung,
  • das Mittagessen in Schule oder Kita
  • die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben, sowie Mitgliederbeiträge in Sport-, Kultur- und Musikvereinen.

Zudem sollten betroffene Familien auch auf Freizeitaktivitäten und kulturelle Aktivitäten, wie z.B. der Besuch im Schwimmbad, die Teilnahme an Freizeiten oder ein Museumsbesuch, nicht verzichten müssen. Hierzu halten die Kommunen viele Angebote - in Form von Gutscheinen oder besonderen Ermäßigungen - bereit.

Hilfe bei Trennung und Scheidung

Eine Trennung ist in der Regel mit großen finanziellen Einbußen verbunden, vor allem wenn das Kind bzw. der alleinerziehende Elternteil keinen Unterhalt bekommt. In dieser schwierigen Situation kommt der Unterhaltsvorschuss zum Tragen. Für Kinder bis unter 6 Jahre werden dabei monatlich 145 Euro und für ältere Kinder bis unter 12 Jahre 194 Euro gewährt. Ab dem 1. Januar 2017 steigen diese Sätze auf 150 Euro bzw. 201 Euro. Alleinerziehende, die Arbeitslosengeld II/Sozialgeld oder Sozialhilfe beziehen, haben zudem Anspruch auf einen Mehrbedarf.

Unterstützung bei der Erstausstattung

Für viele werdende Mütter stellt bereits die Erstausstattung für ihr Kind eine finanzielle Belastung dar, die sie allein nicht bewältigen können. Wer Arbeitslosengeld II/Sozialgeld oder Sozialhilfe bezieht, hat Anspruch auf einen schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf. Außerdem erhält die werdende Mutter auf Antrag eine Erstausstattung. In schwierigen Notlagen helfen Schwangerschaftsberatungsstellen weiter.