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Elterngeld: Elterngeld für Eltern mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag

Reicht das Elterngeld allein oder zusammen mit weiterem Haushaltseinkommen nicht aus, um den Bedarf der Familie zu decken, kann ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag bestehen. Bei diesen Leistungen wird das Elterngeld grundsätzlich vollständig, also auch in Höhe des Mindestbetrages von 300 bzw. 150 Euro im ElterngeldPlus, als Einkommen berücksichtigt.

Staatliche Fürsorgeleistungen

Die Absicherung über die staatlichen Fürsorgeleistungen basiert auf dem Prinzip, dass die Berechtigten für ihren Bedarf zunächst ihr eigenes Einkommen einsetzen müssen. Daher ist das Elterngeld, ebenso wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, Unterhalts- und Unterhaltsvorschussleistungen oder das Kindergeld voll als Einkommen zu berücksichtigen.

Der Bedarf der Familie wird durch die staatlichen Leistungen umfassend gesichert, zum Beispiel beim Arbeitslosengeld II über die Regelsätze, die Übernahme der Kosten der Unterkunft und die Leistungen für Mehrbedarfe.

Sonderregelung Elterngeldfreibetrag

Alle Elterngeldberechtigten, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag beziehen und die vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren, erhalten einen Elterngeldfreibetrag. Der Elterngeldfreibetrag entspricht dem Einkommen vor der Geburt, beträgt jedoch höchstens 300 Euro. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen anrechnungsfrei und steht also zusätzlich zu diesen Leistungen zur Verfügung.

Beispiel 1:

Wer vor der Geburt des Kindes ein maßgebliches Nettoeinkommen von 650 Euro hatte und nach der Geburt für das Kind zu Hause bleibt, erhält ein Elterngeld von 549 Euro (Ersatzrate des Elterngeldes: 84,5 Prozent). Bezieht die Familie nach der Geburt zusätzlich Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag bleiben 300 Euro des Elterngeldes hier anrechnungsfrei und stehen zusätzlich zu den genannten Leistungen zur Verfügung.

Beispiel 2:

Wer vor der Geburt des Kindes ein maßgebliches Nettoeinkommen von 250 Euro hatte und nach der Geburt für das Kind zu Hause bleibt, erhält das Elterngeld in Höhe des Mindestbetrages von 300 Euro ausgezahlt. Bezieht die Familie nach der Geburt zusätzlich Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag, bleiben 250 Euro des Elterngeldes hier anrechnungsfrei und stehen zusätzlich zu den anderen Leistungen zur Verfügung.