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Vaterschaft: Vater werden
Mit der Schwangerschaft beginnt für Paare eine spannende Zeit voller Veränderungen und Erwartungen. Die größten Umstellungen erlebt natürlich die werdende Mutter. Aber auch Männer haben ein wachsendes Bedürfnis nach Informationen, wie sie ihre Partnerin unterstützen und die erste Zeit als Familie aktiv begleiten und gestalten können.
Für die Zeit der Schwangerschaft hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrer Website www.familienplanung.de wichtige Informationen für werdende Väter zusammengestellt. Zudem ist es empfehlenswert, noch vor der Geburt des Kindes die wichtigsten rechtlichen Aspekte zu prüfen. Die Übersicht „Unterschiede zwischen verheirateten und nichtverheiraten Eltern“ zeigt auf, wie sich der Familienstand nach der Geburt eines Kindes auswirkt, zum Beispiel auf die elterliche Sorge.
Zeit für Familie
Stabile Familien brauchen Zeit füreinander – insbesondere in den ersten Monaten nach der Geburt, wenn sich das neue Familienleben erst einspielt. Die Zahl der Väter, die in dieser ersten Zeit die Chancen des Elterngelds nutzen und ihre Kinder zu Hause betreuen, ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen – von 3,5 auf 25,7 Prozent. Immer mehr Männer sehen sich nicht länger als bloße Ernährer ihrer Familien, sondern begreifen sich als aktive Väter, die am Familienleben sowie an der Kinderbetreuung und -erziehung teilnehmen.
Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach gehen 60 Prozent der Väter davon aus, infolge der Elternzeit eine bessere Beziehung zu ihren Kindern aufbauen zu können. Eine Expertise des Universitätsklinikums Ulm bestätigt, dass frühes väterliches Engagement der Entwicklung des Kindes dienlich ist. In den Familien, in denen Väter in Elternzeit in Anspruch nehmen, gelingt den Müttern die Rückkehr in den Beruf leichter. Gleichzeitig stärkt es die Beziehung der Eltern, wenn beide mit den speziellen Anforderungen, die Kinderbetreuung und Arbeitsalltag mit sich bringen, vertraut sind.
Elterngeld und Elternzeit
Das Elterngeld bietet auch Vätern eine gute finanzielle Basis, um eine Zeit lang mit dem Baby zu Hause zu bleiben. Die Lohnersatzleistung können Eltern ab der Geburt ihres Kindes bis zu 14 Monate erhalten und den Bezugszeitraum frei untereinander aufteilen. Bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes haben erwerbstätige Mütter und Väter zudem Anspruch auf Elternzeit. Dabei steht es ihnen frei, ob sie diese gemeinsam nehmen oder sie auf eine Person konzentrieren. Elternzeit kann zudem auch für einzelne Monate oder Wochen in Anspruch genommen werden.
Familienbewusste Arbeitszeiten
Eine Möglichkeit, Familie und Beruf längerfristig zu vereinbaren, ist die Arbeitszeit zu reduzieren. 53 Prozent der Väter würde gerne 36 bis 40 Stunden arbeiten, 20 Prozent 30 bis 35 Stunden. Die Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“ des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages wirbt dafür, mehr Arbeitszeitmodelle jenseits der typischen Varianten – entweder Vollzeit oder Teilzeit mit 20 Stunden, können sie dadurch doch ihre Position im Wettbewerb um gut ausgebildete Mitarbeiter verbessern.
