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Pflege: Familienpflegezeit

Die große Zahl pflegebedürftiger Personen (2,8 Millionen Menschen), die weiter wachsen wird, wird heute zu 67 Prozent zu Hause alleine von Angehörigen gepflegt. Die große Bereitschaft von Angehörigen – und dies umfasst auch nahestehende Personen – zur Übernahme pflegerischer Aufgaben und zur Integration dieser Verpflichtung in ihren Alltag ermöglicht es vielen Pflegebedürftigen, so selbständig und selbstbestimmt wie möglich zu leben. Um diese Bereitschaft weiter zu stärken und die Situation pflegender Angehöriger zu verbessern, hat die Bundesregierung eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ergriffen.

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung und Pflegeunterstützungsgeld

In Ergänzung zu der bereits bestehenden Möglichkeit für Beschäftigte, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben, um für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen im Akutfall eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder sicherzustellen, wurde eine Lohnersatzleistung – das Pflegeunterstützungsgeld – eingeführt.

Pflegezeit

Für die Pflege naher Angehöriger in häuslicher Umgebung können sich Beschäftigte bis zu 6 Monate teilweise oder vollständig von der Arbeit freistellen lassen (Pflegezeit). Nahe Angehörige pflegebedürftiger Minderjähriger können eine der Pflegezeit entsprechende Freistellung auch zur Betreuung in außerhäuslicher Umgebung in Anspruch nehmen. Ein Anspruch auf Freistellung von bis zu drei Monaten besteht für die Begleitung von nahen Angehörigen in der letzten Lebensphase. Der Rechtsanspruch gilt nicht gegenüber Arbeitgebern mit 15 oder weniger Beschäftigten.

Familienpflegezeit

Auf die Familienpflegezeit, also die teilweise Freistellung von bis zu 24 Monaten bei einer wöchentlichen Mindestarbeitszeit von 15 Stunden, besteht nunmehr ein Rechtsanspruch. Eine teilweise Freistellung nach dem Familienpflegezeitgesetz kann auch für die außerhäusliche Betreuung von minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in Anspruch genommen werden. Es besteht kein Rechtsanspruch gegenüber Arbeitgebern mit 25 oder weniger Beschäftigten, ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten.

Zinsloses Darlehen

In all diesen Fällen der Freistellung kann ein zinsloses Darlehen zur Abfederung des Lohnausfalls beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragt werden.

Die genannten Regelungen wurden im Wesentlichen wirkungsgleich auf den Beamten- und Soldatenbereich übertragen.

Ausführliche Informationen, wie zum Beispiel zu den Ankündigungsfristen, zum Kündigungsschutz sowie Antragsvordrucke, Flyer und Broschüre und anderes sind auf der Internetseite www.wege-zur-pflege.de abrufbar. Telefonische Beratung erhalten Sie beim Servicetelefon Pflege des Bundesfamilienministeriums unter der Telefonnummer 030/201 791 31.