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Schwangerschaft und Stillzeit: Alkohol und Rauchen gefährden das Baby

"Damit du groß und kräftig wirst!" - Was wir unseren Kindern für ihr gesundes Aufwachsen gerne ans Herz legen, gilt auch schon für ihre frühe Entwicklung vor der Geburt. Denn wenn ein Kind im Bauch heranwächst, braucht es gute Bedingungen, um sich gesund entwickeln zu können. Alkohol und Nikotin sind deshalb schon in der Schwangerschaft tabu. Auch nach der Geburt und während des Stillens schadet es dem Baby, wenn es in Kontakt mit Rauch, Alkohol oder chemischen Substanzen kommt.

Achtung: Das Baby raucht mit!

Schon der gelegentliche Genuss von Zigaretten wirkt sich auf das Baby aus: Untergewicht und Frühgeburt zählen zu den häufigsten Folgen von Nikotinkonsum. Weil sich die Blutgefäße an der Gebärmutter verengen, verschlechtert sich die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung für das Ungeborene. Täglich fünf Zigaretten oder mehr können deshalb schon zu einer schlechteren Gehirnentwicklung des Babys führen. Auch die kindliche Lunge verträgt keine Belastung durch Nikotin oder Zigarettenrauch: Allergien und Asthma sind häufig die Folge. Babys, die in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen und schlafen, haben dagegen ein deutlich geringeres Risiko, am Plötzlichen Kindstod (SIDS) zu sterben. Sie erkranken außerdem seltener an Bronchitis und Mittelohrentzündungen. Der komplette Verzicht auf Zigaretten und eine raucharme Umgebung sind daher das Beste für die Gesundheit des Babys.

Alkoholfrei genießen

Obwohl man sicher keinem Kind Alkohol anbieten würde, ist das „Gläschen in Ehren“ während der Schwangerschaft nicht genauso stark verpönt. Dabei gelangt der Alkohol über die mütterliche Plazenta direkt zum Ungeborenen und schädigt so kindliche Zellen. Alkohol gilt als Ursache für Fehlgeburten, bewirkt ein niedriges Geburtsgewicht und ist für eine allgemeine Unterentwicklung des Babys verantwortlich. Besonders gefährlich ist der Alkoholkonsum in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten, wenn sich die Organe des Babys entwickeln. Da nicht sicher ist, welche Menge Alkohol dem Baby schadet, sollten werdende Mütter ganz darauf verzichten.

Welche Medikamente sind geeignet?

Auch chemische Wirkstoffe schaden dem Baby während der Schwangerschaft und der Stillzeit. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu reden, wenn Medikamente regelmäßig eingenommen werden müssen oder eine neue Behandlung geplant ist. Auch mit frei verkäuflichen Arzneimitteln muss vorsichtig umgegangen werden. Hier kann die Apothekerin oder der Apotheker Rat geben, ob diese auch in der Schwangerschaft genommen werden dürfen.

Elternfrage: Ich rauche seit vielen Jahren, aber nur wenige Zigaretten täglich. Ist es sinnvoll, während der Schwangerschaft damit aufzuhören oder gefährde ich durch diese Umstellung mein Baby zusätzlich?

Der Rauch einer einzelnen Zigarette enthält 4.000 teilweise giftige und krebserregende Chemikalien. Wenn man als Schwangere mit dem Rauchen aufhört, lohnt sich das in kürzester Zeit - nicht nur für ihr Baby,  sondern auch für die werdende Mutter  selbst. Innerhalb von wenigen Stunden beginnen sich  Puls und Blutdruck zu normalisieren und der Kohlenmonoxydgehalt im Blut wird abgebaut. Die positiven Effekte spürt das Ungeborene natürlich auch: Jetzt bekommt es die angemessene Menge an Sauerstoff und Nahrung. Ein sofortiger Verzicht auf Zigaretten ist daher immer zum Vorteil des Kindes.

Über den Gebrauch und das relative Risiko der Nikotin-Ersatztherapie (Pflaster, Kaugummi) während der Schwangerschaft gibt es noch wenig fundierte Information. Obwohl Nikotin während der Schwangerschaft potenziell gesundheitsschädlich ist, geht man davon aus, dass eine solche Ersatztherapie weniger gefährlich ist als das Rauchen selbst.

(Autorin: Regine Schefels, Gesundheits- und Kinderkrankenschwester)