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Loben: Kinder anerkennen und ermutigen

Philipp schmeißt schon wieder sein Glas um, Marie hat den Sportbeutel verloren und Anton liegt bockig auf dem Boden. Wie lässt sich an solchen Tagen auch noch ein Lob in der Kindererziehung unterbringen? Wenn Eltern das Gefühl haben, ständig ermahnen zu müssen, weil immer wieder etwas schief läuft, gerät das Loben oft aus dem Blick. Doch gerade Kinder brauchen ein regelmäßiges Lob, um Selbstvertrauen zu entwickeln und ihr Tun richtig einschätzen zu lernen.

Den Umgang mit Lob lernen

Wie wohltuend ein Lob wirkt, spüren Erwachsene ebenso gut wie Kinder. Langfristig wirkt es sich auf die gesamte Haltung aus und spendet ein Mehr an Zufriedenheit und an positiver Interaktion. Anerkennung, Beachtung und Lob richtig platziert, haben zudem eine stark motivierende Wirkung. Bei Kindern wirken solche unterstützenden Verhaltensweisen oft viel direkter. Auf zu wenig Anerkennung reagieren sie daher rasch mit Verunsicherung, Ängstlichkeit oder mit Aggression und Niedergeschlagenheit.

Der Umgang mit Lob wird stark durch das Verhalten in der Familie geprägt. Wer nicht gelernt hat, mit einem Lob umzugehen, dem fällt es schwerer, es anzunehmen oder auszuteilen. Ein roter Kopf, abwehrende Hände, verneinende Worte – Kinder merken sich schnell, wie ihre Eltern reagieren. Sie spüren, wann ein lobendes Wort von Herzen kommt und ob es die Situation wirklich trifft. Ein situationsbezogenes Lob – ohne dass darauf ein "Wenn und Aber" folgt, wirkt deshalb umso kräftiger

Gezieltes Lob ist besser

Weil im Familienalltag immer viel los ist, geschieht das Loben oft nebenher. "Du malst ja ganz wunderbar", sagt da die Oma oder der Vater freut sich über Paul, "der einfach ein Mathe-Ass ist". Solche allgemein gehaltenen Formulierungen haben jedoch nicht denselben Effekt wie ein konkret formuliertes Lob. Viel mehr Interesse und echte Anteilnahme lassen sich erkennen, wenn sich die Oma das Bild genau anschaut und die bunten Blätter an dem Baum lobt. Oder wenn sich der Vater darüber freut, dass sein Sohn die knifflige Textaufgabe lösen konnte.

Kinder wissen dann genau, worauf sie stolz sein können und welche Fähigkeiten sie besitzen. Spezifisches Lob wirkt sich deshalb auf Kinder besonders positiv aus, sie lernen besser mit Kritik umzugehen und sind flexibler darin, Verbesserungsvorschläge zu entwickeln.

Über die Erfolge des Kindes sprechen

Um gezielt ein Lob unterzubringen, hilft es, wenn Eltern abends zusammen mit ihrem Kind den Tag rekapitulieren. Beim Abendessen, nach dem Vorlesen oder beim Licht ausschalten kann noch einmal kurz darüber gesprochen werden, was an diesem Tag besonders gut gelaufen ist. Das kommt beim Kindergartenkind ebenso gut an wie in der Pubertät, denn Kinder und Eltern haben die Möglichkeit, gemeinsam und in Ruhe die wichtigsten Ereignisse zu besprechen.

So manches Mal erinnern sich Kinder weitaus besser an ihre kleinen oder großen Erfolgserlebnisse und bieten ihren Eltern damit eine gute Gelegenheit, gezielt mit einem Lob darauf einzugehen. Selbst wenn es in Elternaugen so scheint, als hätte sich ein Trotzanfall an den anderen gereiht, ist dann doch noch ein Lob für die selbst angezogenen Schuhe möglich.