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Behinderung: Früherkennung und Frühförderung von Kindern mit Behinderungen und von Kindern, die von Behinderung bedroht sind

Zur bestmöglichen Unterstützung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder gibt es ein umfangreiches Hilfsangebot. Die erforderlichen Hilfen leisten niedergelassene Kinderärztinnen- und -ärzte sowie therapeutische Fachkräfte, ambulante interdisziplinäre Frühförderstellen und überregionale sozialpädiatrische Zentren.

Die medizinische Erstberatung und -behandlung leisten in der Regel die niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzte, die bei ihrer Arbeit von Fachkräften der Gesundheitsämter und den Landesärztinnen und -ärzten für behinderte Menschen unterstützt werden. Oft erfordern Frühbehandlung und Frühförderung ein wohnort- und familiennahes, interdisziplinäres Angebot medizinischer, heilpädagogischer, psychologischer, pädagogischer und sozialer Dienste. Hier ergänzen sich Netze regionaler Frühförderstellen und überregionaler sozialpädiatrischer Einrichtungen.

Die sozialpädiatrischen Einrichtungen bieten für Kinder, die eine intensive Behandlung und Förderung benötigen, breit gefächerte diagnostische und medizinisch-therapeutische Angebote. In Frühförderstellen sind vor allem heilpädagogische, psychologische, pädagogische und soziale Hilfen für Kinder und Eltern zu finden.

Das Angebot der Einrichtungen der Frühförderung als auch ihre Organisation und Arbeitsweise sind in den einzelnen Bundesländern und auch regional unterschiedlich ausgestaltet.

Für die Leistungen der Frühförderung bis zum individuellen Schuleintritt schreibt das Gesetz vor, dass sie einheitlich und gemeinsam auf Grundlage eines Therapieplanes erbracht werden sollen. (Komplexleistung  nach §§ 30 und 56 SGB IX in Verbindung mit der Frühförderungsverordnung). Die Komplexleistung Frühförderung umfasst medizinisch-therapeutische, psychologische, heilpädagogische, sonderpädagogische sowie psychosoziale Leistungen und die Beratung der Erziehungsberechtigten.

Die Kosten der notwendigen medizinischen und heilpädagogischen Leistungen zur Früherkennung und Frühförderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder werden von den Krankenkassen und den Trägern Sozialhilfe sowie der Jugendhilfe übernommen. Die Frühförderungsverordnung enthält die erforderlichen Bestimmungen zur Abgrenzung der Leistungen und zur Kostenteilung zwischen den Rehabilitationsträgern.