Inhalt

Sprach- und Integrationskurse für Migrantinnen und Migranten

Ausländerinnen und Ausländer können an einem Integrationskurs teilnehmen. Im Allgemeinen dienen 600 Stunden dieses Kurses dem Erlernen der deutschen Sprache. In 60 weiteren Stunden werden Kenntnisse der deutschen Geschichte, Kultur und Rechtsordnung vermittelt. Für Eltern, Frauen, junge Erwachsene und Analphabeten werden spezielle Kurse angeboten.

Voraussetzungen zur Teilnahme

Das Aufenthaltsgesetz regelt, wer zur Teilnahme an Integrationskursen berechtigt ist. Ausländerinnen und Ausländer, die ab dem 1. Januar 2005 ihr erstes Aufenthaltsrecht erworben haben und dauerhaft in Deutschland leben, haben einen gesetzlichen Anspruch. Voraussetzung ist zudem, dass

  • eine Aufenthaltserlaubnis zu Erwerbszwecken (ausgenommen Hochqualifizierte), zum Zwecke des Familiennachzugs oder aus humanitären Gründen oder
  • eine Niederlassungserlaubnis aus humanitären Gründen vorliegt oder
  • die Person sich mindestens fünf Jahren in einem anderen EU-Land aufgehalten haben.

Spätaussiedler haben grundsätzlich einen Anspruch auf Teilnahme.

Teilnahmepflicht bei geringen Sprachkenntnissen

Eine Pflicht zur Teilnahme besteht für Personen, wenn sie sich nicht auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen können. Nur Spätaussiedler können nicht zur Teilnahme verpflichtet werden. Verpflichtet werden können auch bereits länger in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer, die Arbeitslosengeld II beziehen oder in besonderer Weise integrationsbedürftig sind.

Wird der Teilnahmeverpflichtung nicht nachgekommen, so kann sich dies nachteilig auf die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis oder den Leistungsbezug auswirken.

Kostenübernahme und Eigenbeteiligung

Die Kosten der Kurse werden zum großen Teil von der öffentlichen Hand übernommen. Der Eigenanteil beträgt 1,20 Euro pro Kursstunde. Für Spätaussiedler übernimmt der Staat grundsätzlich alle Kosten. Eine Befreiung von den Kosten ist auf Antrag möglich, wenn der Betroffene Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bezieht.

Weitere Informationen bieten Jugendmigrationsdienste und Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer, Kulturzentren, Sprachschulen, Arbeitsagenturen oder die lokalen Ämter für Integration.