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Rente: Kindererziehung und Rente

Die Zeiten in den ersten drei Jahren nach der Geburt, in denen sich Eltern der Betreuung und Erziehung ihres Kindes widmen, werden ihnen als Beitrags- und Wartezeiten auf die spätere gesetzliche Altersrente angerechnet. Die Kindererziehungszeit beläuft sich bei Kindern, die vor 1992 geboren wurden, auf ein Jahr.

Anrechnung von Beitragszeiten

Bewertet wird die Kindererziehungszeit anhand des Durchschnittsverdienstes aller gesetzlich Versicherten. Die Beitragszahlung an die Rentenversicherung übernimmt während der Kindererziehungszeit der Bund. Wer in diesem Zeitraum keine Baby-Pause einlegt, sondern sozialversichert arbeitet, erwirbt dadurch zusätzliche Rentenansprüche.

Werden mehrere Kinder gleichzeitig erzogen, verlängert sich die Kindererziehungszeit. Die Gutschreibung der Kindererziehungszeit muss unter Vorlage der Geburtsurkunde beantragt werden. In der Regel werden Kindererziehungszeiten der Mutter angerechnet. Um die Anrechnung auf den Vater zu übertragen, bedarf es einer gemeinsamen Erklärung der Eltern.

Berücksichtigungen bis zum 10. Lebensjahr

Neben der Beitragszeit wegen der Kindererziehung gibt es auch die sogenannte Kinderberücksichtigungszeit. Sie gilt ab der Geburt bis zum 10. Lebensjahr des Kindes.

Berücksichtigungszeiten bewirken eine günstigere Bewertung von beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten bei der Berechnung der Rente. Darüber hinaus werden sie bei der Wartezeit von 35 Jahren für die vorzeitigen Altersrenten und für die Rente nach Mindesteinkommen berücksichtigt. Während der Kinderberücksichtigungszeiten bleibt der Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbstätigkeit aufrechterhalten.

Für Kindererziehende, die in der Kinderberücksichtigungszeit oder während der Zeit der nicht erwerbsmäßigen Pflege eines pflegebedürftigen Kindes bis zu dessen 18. Lebensjahr erwerbstätig sind, werden zusätzliche Entgeltpunkte für Pflichtbeiträge ermittelt. Bei der Rentenberechnung werden danach unterdurchschnittliche Entgelte um 50 Prozent erhöht. Die Erhöhung beträgt maximal 0,33 Entgeltpunkte pro Jahr und darf zusammen mit den Entgeltpunkten aus der Erwerbstätigkeit, die neben der Kindererziehung ausgeübt wird, einen Entgeltpunkt nicht übersteigen. Dies gilt für Beitragszeiten ab 1992.

Weitere Voraussetzung ist, dass 25 Jahre an sogenannten rentenrechtlichen Zeiten bis zum Rentenbeginn zurückgelegt wurden. Zu den rentenrechtlichen Zeiten zählen neben Beschäftigungszeiten und Kindererziehungszeiten unter anderem auch die Kinderberücksichtigungszeiten mit.

Kindererziehende, die gleichzeitig zwei oder mehrere Kinder unter 10 Jahren erziehen und deshalb nicht erwerbstätig sind, erhalten unter den oben genannten Voraussetzungen für jedes Jahr der Mehrfacherziehung außerhalb der Kindererziehungszeiten eine Gutschrift von 0,33 Entgeltpunkten.

Die Kinderberücksichtigungszeit wird dem Elternteil zugeteilt, der die Kindererziehungszeit beansprucht. Sie endet bei zeitgleicher Erziehung mehrerer Kinder unter zehn Jahren zehn Jahre nach der Geburt des jüngsten Kindes.