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Steuern: Folgen bei Trennung und Scheidung

Die Auswirkungen einer Scheidung auf Familien sind vielfältig. Auch wenn die finanziellen Folgen nicht im Vordergrund stehen, ergeben sich dennoch steuerliche Änderungen durch eine Scheidung.

Zwischen der Zusammenveranlagung und der getrennten Veranlagung bei der Einkommensteuer können Ehegatten nur noch für das Jahr der Trennung wählen.

Unterhaltsleistungen an geschiedene oder dauerhaft getrennt lebende Ehegatten

Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauerhaft getrennt lebenden Ehegatten sind bis zu 13.805 Euro im Kalenderjahr als Sonderausgaben abziehbar. Das muss aber die zum Unterhalt verpflichtete Person mit Zustimmung der Empfängerin beziehungsweise des Empfängers beantragen. Die Zustimmung ist deshalb notwendig, da die Empfängerin beziehungsweise der Empfänger die Unterhaltsleistungen dann versteuern muss.

Unterhaltsleistungen an unterhaltsberechtigte Personen

Die Unterhaltsleistungen an unterhaltsberechtigte Personen (geschiedene oder dauerhaft getrennt lebende Ehegatten) können auch in begrenztem Umfang als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden. Es gilt in diesem Fall der Höchstbetrag von 8.652 Euro zuzüglich bestimmte Aufwendungen für Kranken-und Pflegeversicherung für die unterhaltsberechtigte Person im Kalenderjahr. Wenn die unterhaltene Person jedoch eigene Einkünfte oder Bezüge hat, werden diese auf den Höchstbetrag der zum Unterhalt verpflichteten Person angerechnet. Das heißt, der Höchstbetrag vermindert sich entsprechend.

Steuerliche Freibeträge für Kinder

Vätern und Müttern steht eine Steuerfreistellung des eigenen Einkommens zu, die so hoch ist wie das Existenzminimum eines Kindes - der Freibetrag für Kinder. Nach einer Scheidung steht jedem Elternteil der halbe Freibetrag für Kinder zu. Das Finanzamt prüft bei der Veranlagung zur Einkommensteuer bei jedem Elternteil (unabhängig von der Behandlung beim anderen Elternteil), ob dieser Freibetrag günstiger als das erhaltene Kindergeld ist.

Reicht das Kindergeld für die Steuerfreistellung nicht aus, werden grundsätzlich die halben Freibeträge für Kinder nachträglich bei der Veranlagung zur Einkommensteuer vom Finanzamt berücksichtigt.

Freibeträge werden übertragen

Muss der nicht betreuende Elternteil Unterhalt für seine Kinder bezahlen und kommt er dieser Verpflichtung im Wesentlichen (das heißt zu mindestens 75 Prozent) nicht nach, so hat dies Folgen. Der betreuende Elternteil kann dann nämlich die Übertragung der Hälfte des Kinderfreibetrags beantragen, die eigentlich dem anderen Elternteil zusteht.

Für minderjährige Kinder wird der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung unabhängig von der Unterhaltspflicht grundsätzlich beiden Elternteilen (je 1.320 Euro) gewährt. Ein Elternteil kann aber, wenn das Kind nur bei ihm gemeldet ist, eine Übertragung des Freibetrages des anderen Elternteils auf sich beantragen. Entscheidend ist ausschließlich die Meldung des Kindes und nicht die Höhe einer etwaigen Unterhaltszahlung. Eine Übertragung scheidet allerdings aus, wenn der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, der Übertragung widerspricht, weil er Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut.