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Unterhalt und Steuern: Sonderausgaben (Realsplitting)

Dauernd getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten können ihre Unterhaltsaufwendungen an den Ex-Ehegatten als "Sonderausgabe" steuerlich geltend machen. Diese Form der steuerlichen Berücksichtigung hat auch für die Unterhaltsempfängerin beziehungsweise den Unterhaltsempfänger steuerliche Konsequenzen.

Beidseitiges Einverständnis

Das Verfahren wird auch "Realsplitting" genannt und erlaubt der zum Unterhalt verpflichteten Person diese Aufwendungen bis zu 13.805 Euro im Kalenderjahr als Sonderausgaben steuerlich abzusetzen. Dazu bedarf es jedoch der Zustimmung der Empfängerin beziehungsweise des Empfängers, da der erhaltene Betrag (bis zu 13.805 Euro) dann versteuert werden muss.

Diese Zustimmung wird mithilfe der "Anlage U" der Einkommensteuererklärung schriftlich erteilt. Die zum Unterhalt verpflichtete Person hat einen Anspruch auf die Zustimmung, wenn sie sich verpflichtet, alle hieraus entstehenden wirtschaftlichen Nachteile auszugleichen.

Alternative für steuerliche Berücksichtigung

Wird die Zustimmung nicht erteilt, besteht für die zum Unterhalt verpflichtete Person die Möglichkeit, Unterhaltszahlungen bis zu 8.472 Euro jährlich als "außergewöhnliche Belastung" steuerlich wirksam werden zu lassen. Sollte die unterhaltene Person eigene Einkünfte oder Bezüge haben, kann sich der Höchstbetrag allerdings vermindern.