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Kinderbetreuung: Betreuung für Kinder in den ersten drei Lebensjahren

Mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, der am 1. August 2013 in Kraft getreten ist, können mehr Kinder von frühkindlicher Erziehung, Bildung und Betreuung profitieren und Eltern Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren. Wenngleich mit dem Ausbau der letzten Jahre die Anzahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige deutlich vergrößert wurde, gibt es noch immer eine Lücke zwischen dem vorhandenen Angebot und dem angegebenen Elternbedarf. Bund, Länder und Kommunen müssen daher weiterhin gemeinsam zusätzliche Betreuungsplätze in guter Qualität schaffen.

Die Steuerung und Planung des Betreuungsangebotes sollte dabei nicht an bundes- oder landesweiten Durchschnittswerten ausgerichtet werden, sondern kleinräumig und gezielt erfolgen. Denn: Der Betreuungsbedarf der Eltern kann zwischen den Landkreisen und freien Städten, aber auch innerhalb einer Kommune stark variieren.

Kinderbetreuungsfinanzierung

Der Bund unterstützte den Ausbau der Kindertagesbetreuung mit den beiden Investitionsprogrammen „Kinderbetreuungsfinanzierung 2008–2013“ und „Kinderbetreuungsfinanzierung 2013–2014“ und stellte Finanzhilfen in Höhe von 2,7 Mrd. Euro für Investitionen der Länder und Gemeinden zur Verfügung.

Am 1. Januar 2015 trat das „Gesetz zur weiteren Entlastung der Kommunen ab 2015 und zum quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung“ in Kraft. Es ermöglicht nicht nur die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen, sondern bringt auch qualitative Verbesserungen in der Kindertagesbetreuung. So können mit den neuen Bundesmitteln Ausstattungsinvestitionen gefördert werden, die der gesundheitlichen Versorgung, den Maßnahmen der Inklusion und der Einrichtung von Ganztagsplätzen dienen. Mit dem dritten Investitionsprogramm wird den Ländern in dieser Legislaturperiode 1 Mrd. Euro für mehr Investitionen in den Betreuungsplatzausbau für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung gestellt.

Zudem erhöht der Bund für die Jahre 2017 und 2018 seine Beteiligung an den Betriebskosten um nochmals weitere 100 Mio. Euro.

Elternbeiträge

Für eine Betreuung in einer Einrichtung oder in einer Kindertagespflege werden in der Regel Elternbeiträge fällig, die regional oder je nach Träger unterschiedlich hoch sind. Sie können abhängig sein vom Einkommen der Eltern, der Zahl der Kinder in der Familie und vom Betreuungsumfang.

Im Bedarfsfall können sie vom Jugendamt ganz oder teilweise übernommen werden. Die Jugendämter sind verpflichtet, selbst oder mittels eines beauftragten Verbandes Eltern über das Platzangebot im örtlichen Einzugsbereich sowie die pädagogische Konzeption der jeweiligen Einrichtungen zu informieren und sie bei der Auswahl zu beraten.

Angebote von Unternehmen

Um die Balance von Familie und Arbeitswelt für ihre Beschäftigten zu gewährleisten, bieten Unternehmen in immer größerem Maße Hilfe und Angebote bei der Kinderbetreuung für ihre Beschäftigten an. Die Möglichkeiten reichen dabei von einer betrieblichen Einrichtung, über die Finanzierung der Betreuung oder den Kauf von Belegungsrechten in Kinderbetreuungseinrichtungen bis hin zur privaten Betreuungsvermittlung.

Alternative Betreuungsmöglichkeiten

Zusätzliche Alternativen in der Kinderbetreuung wie beispielsweise Mehrgenerationenhäuser, Tagesmütter, Leihomas sowie Au-Pairs bieten berufstätigen Eltern noch weitere Möglichkeiten, ihren Nachwuchs bei Bedarf in gute Hände zu geben.