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Ausbildungsförderung (BAföG): Aufstieg-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderung – früher "Meister-BAföG")

Fortbildungen zur Vorbereitung auf einen öffentlich-rechtlichen Abschluss oberhalb einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachabschlusses werden gefördert, wenn sie mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Außerdem müssen sie abhängig von der Fortbildungsdichte bei Vollzeitmaßnahmen spätestens  in drei beziehungsweise bei Teilzeitmaßnahmen in vier Jahren abgeschlossen sein. Dies gilt auch für Fortbildungen in den Gesundheits- und Pflegeberufen und an staatlich anerkannten Ergänzungsschulen.

Das "Aufstiegs-BAföG" (früher "Meister-BAföG") setzt sich zusammen aus:

  • dem Unterhaltsbeitrag bei Vollzeitmaßnahmen, der einkommens- und vermögensabhängig gewährt wird.

    - Alleinstehende erhalten bis zu 709 Euro (davon 50 Prozent als Zuschuss, den Rest als Darlehen),
    - Verheiratete erhalten bis zu 944 Euro (davon 50 Prozent als Zuschuss, den Rest als Darlehen).
    - Für jedes Kind werden zudem einkommens- und vermögensabhängig 235 Euro gezahlt, die zu 55 Prozent ebenfalls als Zuschuss geleistet werden.
  • Alleinerziehende erhalten je Kind einen pauschalisierten monatlichen Zuschuss in Höhe von 130 Euro zu den Kosten der Kinderbetreuung.
  • dem Maßnahmebeitrag bei Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen, der einkommens- und vermögensunabhängig gewährt wird,

    - für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von bis zu 15.000 Euro (davon 40 Prozent als Zuschuss, den Rest als Darlehen) und
    - Kosten für die Erstellung der fachpraktischen Arbeit in der Meisterprüfung und ähnliches bis zur Hälfte, höchstens aber bis zu 2.000 Euro

  • Bei bestandener Prüfung werden gegen Vorlage des Prüfungszeugnisses 40 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.

Zuschuss und Rückzahlung auf Raten

Ein Zuschuss ist eine staatliche Leistung, die nicht zurückgezahlt werden muss. Im Übrigen handelt es sich um ein zinsgünstiges Bankdarlehen. Während der Fortbildung und der folgenden zwei Jahre – insgesamt maximal sechs Jahre – ist das Darlehen zins- und tilgungsfrei, danach in monatlichen Raten von mindestens 128 Euro innerhalb von zehn Jahren zurückzuzahlen.

Existenzgründer müssen weniger zurückzahlen

Für Existenzgründerinnen und -gründer gibt es zudem die Möglichkeit eines Darlehensteilerlasses von 33 Prozent auf das auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallende Restdarlehen, wenn sie die Prüfung bestanden haben und innerhalb von drei Jahren nach Beendigung der Maßnahme ein Unternehmen gründen bzw. übernehmen, dieses mindestens ein Jahr führen und überwiegend die unternehmerische Verantwortung tragen und

  • spätestens am Ende des dritten Jahres nach Existenzgründung ein/e zusätzliche/r Auszubildende/r eingestellt wird, deren/dessen Ausbildungsverhältnis bei Antragstellung mindestens zwölf Monate beziehungsweise ein/e zusätzliche/r Arbeitnehmer/in eingestellt wird, deren/dessen sozialversicherungspflichtiges ungekündigtes Vollzeitarbeitsverhältnis bei Antragsstellung mindestens sechs Monaten besteht.
  • Dieser Erlass erhöht sich auf 66 Prozent, wenn ein Auszubildender und ein Arbeitnehmer beziehungsweise zwei Arbeitnehmer zusätzlich eingestellt worden sind und die jeweiligen genannten Beschäftigungsvoraussetzungen erfüllt sind.

Informationen und Auskunft zum Meister-BAföG gibt es unter der kostenlosen Info-Hotline des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Diese ist unter der Nummer 0800 / 622 36 34 erreichbar.