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Alleinerziehend: Steuerliche Freibeträge für Kinder

Das Existenzminimum von Kindern im Alter von 0 bis grundsätzlich 25 Jahren ist verfassungsrechtlich von der Steuer freigestellt. Die Freibeträge für Kinder erfüllen diesen Zweck.

Im Laufe eines Kalenderjahres erhalten Eltern grundsätzlich Kindergeld. Eltern können aber nicht gleichzeitig Kindergeld erhalten und Freibeträge beanspruchen. Das Finanzamt prüft im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung, ob für die Eltern die Freibeträge oder das ausbezahlte Kindergeld günstiger sind.

Die Freibeträge für Kinder werden bei allen Eltern beim Solidaritätszuschlag und bei der Kirchensteuer berücksichtigt.

Übertragung des Kinderfreibetrags

Der volle Kinderfreibetrag von 4.608 Euro im Jahr steht einem alleinerziehenden Elternteil zu, wenn ein Elternteil verstorben oder beschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Beschränkt einkommensteuerpflichtig sind zum Beispiel Personen, die ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt nicht in Deutschland haben. Ist der nicht betreuende Elternteil unbeschränkt einkommensteuerpflichtig und kommt seiner Unterhaltsverpflichtung im Wesentlichen (zu weniger als 75 Prozent) nicht nach, kann sein Teil des Freibetrags von 2.304 Euro dem betreuenden Elternteil übertragen werden.

Der Kinderfreibetrag erhöht sich zum 1. Januar 2017 um 108 Euro auf dann 4.716 Euro.

Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf

Der Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf beträgt jährlich 2.640 Euro (je Elternteil 1.320 Euro). Diesen Freibetrag können Alleinerziehende auf Antrag auch unabhängig von der Übertragung des Kinderfreibetrages beanspruchen: Nämlich dann, wenn das minderjährige Kind bei dem anderen Elternteil nicht gemeldet ist.

Eine Übertragung scheidet allerdings aus, wenn der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, der Übertragung widerspricht, weil er Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut.