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Erbschaftsteuer/ Schenkungsteuer

Jede Person, die aus einer Erbschaft etwas erwirbt unterliegt der Erbschaftsteuer. Schenkungen unter Lebenden unterliegen der Schenkungsteuer. Sie wird im Wesentlichen nach denselben Regeln wie die Erbschaftsteuer erhoben.

Höhe der Steuer

Ob und in welcher Höhe tatsächlich Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer anfällt, richtet sich

  • nach dem Verwandtschaftsgrad zur Erblasserin beziehungsweise zum Erblasser,   
  • den damit in Zusammenhang stehenden drei Steuerklassen und steuerlichen Freibeträgen und
  • dem Wert des Erworbenen.

Es gelten folgende Steuerklassen und Freibeträge:

Steuer-
klasse

Personenkreis

geltende
Freibeträge

I

Ehepartner, eingetragene Lebenspartner

500.000 Euro

Kind (auch Adoptivkind und Stiefkind)

400.000 Euro

Enkelkind, das anstelle des Kindes/ Stiefkindes des
Erblassers erbt, wenn dieses bereits gestorben ist

400.000 Euro

Enkelkind, Stiefenkelkind,

200.000 Euro

Urenkel und weitere Abkömmlinge

100.000 Euro

Eltern und Großeltern bei Erwerben von Todes wegen

100.000 Euro

II.

Eltern und Großeltern bei Schenkungen

Geschwister (auch Halbgeschwister)

Nichte und Neffe

Stiefeltern

Schwiegereltern und Schwiegerkinder

geschiedene Ehepartner, Lebenspartner einer
aufgehobenen eingetragenen Lebenspartnerschaft

20.000 Euro

III

Alle übrigen Erwerber

20.000 Euro

Daneben können die überlebenden Ehepartner, eingetragenen Lebenspartner sowie die Kinder der erblassenden Person unter 27 Jahren einen so genannten Versorgungsfreibetrag geltend machen.

Kürzung des Versorgungsfreibetrags

Der jeweilig zustehende Versorgungsfreibetrag wird gekürzt, soweit die überlebenden Ehepartner oder die Kinder nach dem Tod der erblassenden Person Versorgungsleistung wie Hinterbliebenen- beziehungsweise Waisenrente und Versorgungsbezüge erhalten, die nicht unter die Erbschaftsteuer fällt.

Weitere Steuerbefreiungen

Zusätzlich zu den bestehenden Freibeträgen gibt es weitere Steuerbefreiungen, wie beispielsweise beim Erwerb von Hausrat oder Wohneigentum, das als Familienheim genutzt wird.

Berücksichtigung von Schenkungen

Haben Verstorbene oder Schenker dem Erwerber innerhalb der letzten zehn Jahre Schenkungen gemacht, werden diese bei der Berechnung der Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer für den aktuellen Erwerb berücksichtigt.

Nach Abzug der Freibeträge bemisst sich die Höhe der Erbschaftsteuer dann nach folgenden Steuersätzen:

steuerpflichtiger Erwerb
(§ 10 ErbStG) bis

Prozentsatz der Steuerklasse

I.II.III.
75.0007%15%30%
300.00011%20%30%
600.00015%25%30%
6.000.00019%30%30%
13.000.00023%35%50%
26.000.00027%40%50%
über 26.000.00030%43%50%

Wichtig: Diejenige Person, die von Todes wegen oder durch Schenkung etwas erhalten hat, ist grundsätzlich verpflichtet den Erwerb innerhalb von drei Monaten dem Finanzamt zu melden. Eine Anzeigepflicht obliegt auch den Nachlassgerichten, Standesämtern, Notaren, sowie auch den Banken und Sparkassen.