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Ausbildungsförderung (BAföG): im Ausland

Ausbildung im Ausland

Für eine Ausbildung im Ausland wird die Ausbildungsförderung gewährt, wenn besondere Voraussetzungen vorliegen:

  • 1. Innerhalb der Europäischen Union und in der Schweiz kann eine Ausbildung an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen von Beginn an bis zum Erwerb des ausländischen Ausbildungsabschlusses gefördert werden.
  • 2.

    Ausbildungsaufenthalte im Ausland im Rahmen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen einer deutschen und einer oder mehreren ausländischen Ausbildungsstätten können für die jeweilige Dauer der Auslandsaufenthalte gefördert werden.

  • 3.

    Ausbildungsaufenthalte im Ausland, die im Rahmen einer Inlandsausbildung durchgeführt werden, sind für die Dauer von einem Jahr bzw. bei Vorliegen besonderer Gründe für maximal zweieinhalb Jahre förderungsfähig. (Diese zeitliche Beschränkung gilt nicht, wenn sie innerhalb der EU oder der Schweiz stattfinden.)

Auslandsaufenthalte nach den Nummern 2 und 3 können nur gefördert werden, wenn die besuchten ausländischen Ausbildungsstätten  Schulen mit gymnasialer Oberstufe (grundsätzlich ab Klasse 11, bereits ab Klasse 10, wenn die Hochschulzugangsberechtigung nach zwöf Schuljahen erworben werden kann), Berufsfachschulen, mindestens zweijährigen Fach- und Fachoberschulen, Höheren Fachschulen, Akademien oder Hochschulen in Deutschland gleichwertig sind. Ein Auslandsausbildungsaufenthalt nach Nummer 3 kann nur gefördert werden, wenn die Ausbildung im Ausland nach dem Ausbildungsstand förderlich ist und mindestens teilweise auf die Inlandsausbildung angerechnet werden kann. Das Erfordernis der Anrechenbarkeit für Auslandsaufenthalte im Rahmen der gymnasialen Oberstufe und Fachoberschulen ist seit Oktober 2010 entfallen. Förderlich ist eine Ausbildung unter anderem dann, wenn bereits Grundkenntnisse in einem mindestens einjährigen Studium im Inland erworben wurden. Dieses Kriterium gilt nicht für Ausbildungsaufenthalte in der EU und der Schweiz.

Der Ausbildungsaufenthalt im Ausland muss eine Mindestdauer von grundsätzlich sechs Monaten oder einem Semester beziehungsweise zwölf Wochen (bei einem Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation) aufweisen.

Auslandspraktika

Auslandspraktika können gefördert werden, wenn sie im Zusammenhang mit dem Besuch einer in Deutschland gelegenen Berufsfachschule, Fachschule, Höheren Fachschule, Akademie oder Hochschule durchgeführt werden und die besonderen Förderungsvoraussetzungen für Auslandspraktika erfüllt sind. Dazu gehört, dass das Praktikum für die Durchführung der Ausbildung erforderlich und in den Ausbildungsbestimmungen geregelt sein muss. Die Praktikumsdauer muss mindestens zwölf Wochen betragen. Zudem muss das Auslandspraktikum nach dem Ausbildungsstand förderlich sein. Auch muss die Ausbildungsstätte bzw. die zuständige Prüfungsstelle anerkennen, dass die Praktikantenstelle den Anforderungen der Prüfungsordnung genügt.

Zuschuss zum Bedarf

Bei einer Ausbildung im Ausland werden zusätzlich zu den Bedarfssätzen Zuschläge zum Bedarf gezahlt. Dazu gehören nachweisbar notwendige Studiengebühren für höchstens ein Jahr bis maximal 4600 Euro als Zuschuss ohne Darlehensanteil, eine Pauschale für Reisen zum Studienort und ein nachweisabhängiger Zuschlag für Krankenversicherungskosten. Bei Ausbildungen außerhalb der EU und der Schweiz kann ein weiterer von Land zu Land unterschiedlicher monatlicher Zuschlag hinzukommen.

Die höheren Förderungssätze bei einer Ausbildung im Ausland können dazu führen, dass auch solche Auszubildende während eines Ausbildungsaufenthaltes im Ausland gefördert werden können, die im Inland wegen der Höhe des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten.

Die Anträge auf Förderung einer Auslandsausbildung sollten mindestens sechs Monate vor Beginn des Auslandsaufenthalts bei den BAföG- Ämtern gestellt werden. Die Zuständigkeit der Auslands- BAföG- Ämter ist abhängig vom Zielland.