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Krankheit: Chronisch kranke Kinder

Chronisch kranke Kinder unterscheiden sich aufgrund ihrer Erkrankungen von gleichaltrigen Kindern in ihren Fähigkeiten, ihrer äußeren Erscheinung oder in ihrem Verhalten. Dies kann für einen längeren Zeitraum oder auch dauerhaft sein.

Zu den chronischen Erkrankungen zählen Allergien, Erkrankungen der Atemwege und der Haut, chronische Entzündungen, Diabetes, Herzfehler, Epilepsien, ADHS, Depressionen, Krebs und chronische Infektionskrankheiten sowie Erkrankungen von Organen oder des Bewegungsapparates.

Chronische Krankheiten im Kindesalter müssen besonders sorgfältig behandelt werden, damit sich der Gesundheitszustand nicht dauerhaft verschlechtert. Doch neben der Behandlung der Symptome müssen die Kinder lernen, mit ihrer Krankheit richtig umzugehen, um ein möglichst normales und beschwerdefreies Leben führen zu können.

Um diesen Umgang und das Leben miteinander zu meistern, finden Eltern und Betroffene in breit gefächert vorhandenen Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen Unterstützung. Sie schaffen für die teilnehmenden Eltern eine Basis, um eine positive Einstellung zum kranken Kind aufzubauen. Sie vermitteln zusätzliche Informationen zur Krankheit und zur Behandlung des Kindes und helfen den Eltern bei der Verarbeitung und Überlegungen darüber anzustellen, wie Entlastung geschaffen werden kann in der Partnerbeziehung, gegenüber den anderen nicht behinderten Kindern und für das betreute Kind selbst.

Kinderbetreuung und Medikamentengabe

Auch das Umfeld, wie die Kinderbetreuungsstätten und die Schulen, müssen zusammen mit den Eltern lernen, mit dem chronisch kranken Kind einen stabilen Alltag aufzubauen. Besonders die Kinderbetreuung von Kindern in jungen Jahren bedarf einer starken Kooperation zwischen Eltern, Betreuerinnen und Betreuern.

Der Umgang mit dem Kind und die spezielle Behandlung des Kindes müssen konkret geregelt werden. Besonders wichtig ist eine eindeutige Absprache, wenn die Erzieherinnen und Erzieher den kranken Kindern Medikamente geben müssen. Diese Regelung sollte schriftlich festgehalten werden. Eindeutige gesetzliche Regelungen für die Medikamentengabe durch das Personal von Kinderbetreuungseinrichtungen gibt es nicht.

Sollte also die Medikamentengabe durch die Eltern nicht möglich sein, kann sie durch unterwiesene pädagogische Fachkräfte erfolgen, wenn eine aktuelle schriftliche Medikation des Arztes mit Dosierungsangaben und eine schriftliche Einverständniserklärung der Personensorgeberechtigten vorliegt.

Zuzahlungen bei chronisch kranken Kindern

Kinder sind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres (18. Geburtstag) von Zuzahlungen und der Praxisgebühr befreit. Danach ist bei Vorliegen einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung eine Erleichterung der Zuzahlungsregelungen und Praxisgebührzahlung möglich. 

Disease Management Programme (Strukturierte Behandlungsprogramme)

Disease Management Programme (DMP) sind speziell strukturierte Behandlungsprogramme für bestimmte chronische Krankheiten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Behandlungsmethoden eingesetzt werden, die in wissenschaftlichen Studien auf Wirksamkeit, Sicherheit und Nutzen überprüft wurden. In diesen Programmen arbeiten Hausärztin und Hausarzt, Fachärztin und Facharzt sowie Schwerpunktpraxis und Kliniken eng miteinander zusammen und erstellen einen differenzierten Therapieplan für das individuelle Krankheitsbild eines Patienten. Zum heutigen Zeitpunkt (Januar 2010) können die Krankenkassen für die Krankheiten Diabetes mellitus Typ 1 und 2, für Brustkrebs, koronare Herzkrankheit, für Asthma bronchiale oder für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) DMPs anbieten.

Für Patientinnen und Patienten, die sich aktiv an einem strukturierten Behandlungsprogramm beteiligen, kann die Krankenkasse in ihrer Satzung einen finanziellen Bonus vorsehen. Das können Ermäßigungen bei den Zuzahlungen oder Praxisgebühren sein, aber auch eine Beitragsreduzierung.