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Zuwanderung: Nachzug von Kindern aus Drittstaaten

Kinder von gemeinsam oder allein sorgeberechtigten Eltern, die eine Niederlassungserlaubnis, eine Aufenthaltserlaubnis, eine Blaue Karte EU oder eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU besitzen, haben einen Anspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis.

Voraussetzung ist, dass sie ledig sind und das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Erteilen einer Aufenthaltserlaubnis ist grundsätzlich von dem Vorliegen ausreichenden Wohnraumes und der Sicherung des Lebensunterhaltes abhängig.

Anspruch bei über 16-jährigen Kindern

Ist das 16. Lebensjahr überschritten, aber das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet, ist der Anspruch eingeschränkt, wenn die Kinder ihren Wohnsitz nicht gemeinsam mit einem oder beiden Elternteilen nach Deutschland verlegen. In diesen Fällen haben sie einen Anspruch, wenn

  • sie die deutsche Sprache beherrschen oder
  • gegeben scheint, dass sie sich aufgrund ihrer bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik einfügen können.

Kinder von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen

Kinder von Asylberechtigten und von anerkannten Flüchtlingen, die einen entsprechenden Aufenthaltstitel besitzen, haben ebenfalls einen Anspruch auf Nachzug bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Im Hinblick auf die besondere Situation von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen und mit Blick auf das Kindeswohl ist bei einem Nachzug von Kindern zu Asylberechtigten oder anerkannten Flüchtlingen zwingend auf die Sicherung des Lebensunterhaltes und den ausreichenden Wohnraum zu verzichten, wenn der Antrag auf Familiennachzug innerhalb von drei Monaten nach der Anerkennung als Asylberechtigter / Flüchtling gestellt wird. Danach, also im Falle einer Antragstellung von mehr als drei Monaten nach der Zuerkennung der Asylberechtigung / Flüchtlingseigenschaft, kann von der Sicherung des Lebensunterhaltes und des ausreichenden Wohnraumes nach Ermessen der zuständigen Ausländerbehörde abgesehen werden.

Das Erfordernis, dass über 16jährige Kinder ggf. die deutsche Sprache beherrschen oder einen anderen Nachweis, dass sie sich in die Lebensverhältnisse in Deutschland einfügen werden, erbringen müssen, wird bei einem Nachzug zu einem Asylberechtigten / anerkannten Flüchtling grundsätzlich nicht angewandt.

Erwerb einer Niederlassungserlaubnis

Unter bestimmten Voraussetzungen können Kinder ab dem 16. Lebensjahr und nach fünf Jahren im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis eine (unbefristete) Niederlassungserlaubnis erhalten. Bei Kindern mit einem Aufenthalt aus humanitären Gründen kann diese Regelung ebenfalls in Betracht gezogen werden.