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Gründungsförderung

Staatliche Zuschüsse unterstützen junge Menschen bei der Gründung einer eigenen Existenz. Gründerinnen und Gründer erhalten für sechs Monate einen monatlichen Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in Höhe ihres zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Zur sozialen Absicherung wird in dieser Zeit zusätzlich eine Pauschale in Höhe von 300 Euro gezahlt, die es ermöglicht, sich freiwillig in den gesetzlichen Sozialversicherungen abzusichern.

Verlängerung des Zuschusses um weitere neun Monate

Nach diesen sechs Monaten wird davon ausgegangen, dass sich die Gründung soweit gefestigt und am Markt bewährt hat, dass der Lebensunterhalt aus der selbstständigen Tätigkeit bestritten werden kann.

Um die soziale Absicherung auch danach zu gewährleisten, kann die Agentur für Arbeit für weitere neun Monate 300 Euro monatlich bewilligen. Das bedeutet, die Entscheidung liegt im Ermessen der Agentur für Arbeit. Voraussetzung für die Gewährung ist, dass eine intensive Geschäftstätigkeit vorliegt. Das muss vom Gründer belegt werden.

Um den Zuschuss beantragen zu können, müssen Gründer noch mindestens 150 Tage Anspruch auf das Arbeitslosengeld I haben. Bestandteil des Antrags sind ein Kurzkonzept, eine Rentabilitätsvorschau sowie ein Qualifikationsnachweis. Dies kann bei fachkundigen Stellen, insbesondere Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute, eingeholt werden.

Eine erneute Förderung ist generell möglich, sofern das Ende der vorangegangenen Förderung nicht mehr als 24 Monate zurück liegt.

Gründungsförderung durch die Jobcenter

Ein weiteres wichtiges Instrument zur Förderung von Existenzgründungen ist das Einstiegsgeld - ein Zuschuss, der zusätzlich zum Arbeitslosengeld II über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren gezahlt wird. In der Regel beträgt die Förderung 50 Prozent des Regelsatzes beim Arbeitslosengeld II. Das Einstiegsgeld variiert je nach Einzelfall entsprechend der persönlichen Voraussetzungen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf diese Förderung, sodass über das Einstiegsgeld das örtliche Jobcenter entscheidet.

Förderung von Beratung möglich

Seit 1. April 2012 ist auch eine Förderung von Beratung und Kenntnisvermittlung durch Dritte, zum Beispiel Gründungsinitiativen oder Unternehmensberater und Steuerberater, möglich.