Aufgabe von Politik ist es, positive Rahmenbedingungen zu schaffen. Für eine zukunftsorientierte Familienpolitik heißt dies, genau die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Menschen brauchen, wenn sie sich für Kinder und für Familie entscheiden wollen. Dabei muss sich Familienpolitik an Lebensrealitäten, an Lebensentwürfen von Männern und Frauen und an den Bedürfnissen von Kindern orientieren. Die große Mehrheit der Menschen wünscht sich heute nämlich Familie und beruflichen Erfolg gleichermaßen.
Die Entscheidung für Familie und für Kinder ist immer individuell und privat. Der Staat kann und will diese Entscheidung nicht vorschreiben. Aber er kann Bedingungen schaffen, die dazu beitragen, dass die Menschen ihre Familienwünsche realisieren können, ohne in den Zwiespalt zu geraten, sich für Familie oder Beruf entscheiden zu müssen.
Mit dem Elterngeld wurden für Familien neue Weichen gestellt. Die finanzielle Absicherung im ersten Lebensjahr des Kindes macht ein Stück Lebenszeit für Kind und Familie frei. Nach dem ersten Jahr des Kindes muss es weitergehen. Entscheidend für die Rückkehr in den Beruf ist die Frage der Kinderbetreuung. Bund, Länder und Kommunen haben sich nunmehr darauf verständigt, die Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren bis 2013 auf 750.000 Plätze in der Kindertagespflege oder in Tageseinrichtungen zu erhöhen. Bis 2013 soll für ein Drittel aller Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsangebot bestehen.
Wenn es um Zeit für Familie geht, sind auch die Unternehmen gefordert. Nötig ist eine Arbeitswelt, die die Interessen und Bedürfnisse von Eltern berücksichtigt und eine familienbewusste Personalpolitik zum Managementthema macht. Die vom Bundesfamilienministerium gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften vereinbarte "Allianz für Familie" bündelt verschiedene Initiativen. In dem 2006 gestarteten Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" bekennen sich bereits über 2000 Unternehmen zu Familienfreundlichkeit. Rund 5000 Betriebe wirken in knapp 635 Lokalen Bündnissen für Familie mit. Nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren von diesen Veränderungen: Familienfreundliche Unternehmen sichern sich langfristig mit guten Vereinbarkeitsbedingungen das für die eigene Zukunftsfähigkeit notwendige qualifizierte Personal.