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Elterngeld, ElterngeldPlus: Elterngeld bei Teilzeitarbeit nach der Geburt

Eine Teilzeitarbeit bedeutet nicht, dass der Anspruch auf Elterngeld verloren geht. Voraussetzung ist allerdings, dass der elterngeldberechtigte Elternteil nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeitet. ElterngeldPlus kann sich bei Teilzeitarbeit besonders lohnen.

Berechnung des Elterngeldes

Bei der Berechnung des Elterngeldes wird das Einkommen aus Teilzeitarbeit mit berücksichtigt. Der betreuende Elternteil erhält das Elterngeld als Ersatz für den entfallenden Einkommensteil. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Einkommen vor der Geburt und dem voraussichtlich durchschnittlich erzielten Einkommen aus der Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezuges.

Für die Elterngeldberechnung wird die Ersatzrate angewendet, die für das Einkommen vor der Geburt gilt: Dies sind mindestens 65 Prozent, bei Einkommen von unter 1.000 Euro vor der Geburt bis zu 100 Prozent. Als Einkommen vor der Geburt werden jedoch höchstens 2.770 Euro berücksichtigt.

Besonderheiten bei der Berechnung von ElterngeldPlus: Das ElterngeldPlus ersetzt ebenso wie das Basiselterngeld den wegfallenden Teil des Einkommens - höchstens aber bis zur Hälfte des monatlichen Basiselterngeldes, das ohne Teilzeiteinkommen zustünde. Dafür werden aus einem Elterngeldmonat zwei ElterngeldPlus-Monate.

Beispiel:

  • Zu berücksichtigendes Nettoeinkommen vor der Geburt: 2.000 Euro monatlich
  • Zu berücksichtigendes Nettoeinkommen nach der Geburt: 900 Euro monatlich
  • Wegfallendes Erwerbseinkommen: 1.100 Euro
  • Basiselterngeldanspruch ohne Erwerbstätigkeit: 1.300 Euro (65 % von 2.000 Euro)
  • Hälfte des Basiselterngeldanspruchs: 650 Euro (1.300 Euro/2)
  • Basiselterngeldanspruch bei Teilzeit: 715 Euro für 1 Monat (65 % von 1.100 Euro)
  • ElterngeldPlus-Anspruch: 650 Euro für 2 Monate (1.300 Euro/2 = 650 Euro)

Um herauszufinden, welche Elterngeldkombination sich für die eigene Familiensituation anbietet und wie hoch der jeweilige Elterngeld bzw. ElterngeldPlus-Anspruch ist, kann der Elterngeldrechner genutzt werden. Er errechnet den individuellen Elterngeldanspruch jeden Elternteils und unterstützt bei der Auswahl der Elterngeld- und ElterngeldPlus-Monate.

Mitteilung an die Elterngeldstelle

Die Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung während des Elterngeldbezuges muss der Elterngeldstelle umgehend mitgeteilt werden. Die Elterngeldstelle kann dann das Elterngeld, falls erforderlich, neu berechnen. Das Elterngeld wird für die Monate ohne Teilzeitarbeit und für die Monate mit Teilzeitarbeit gesondert berechnet. Für die Elterngeldmonate ohne Teilzeitarbeit berechnet sich das Elterngeld ausschließlich auf Grundlage des Einkommens vor der Geburt.