Inhalt

Unterhalt und Steuern: Außergewöhnliche Belastung

Unterhaltszahlungen können unter bestimmten Voraussetzungen als "außergewöhnliche Belastung" bei der Einkommensteuer berücksichtigt werden. Dabei muss der Unterhalt an eine gesetzlich unterhaltsberechtigte Person (zum Beispiel Eltern, ältere Kinder, geschiedener oder dauernd getrennt lebender Ehegatte) gezahlt werden. Eine Zahlung an eine Person, bei der zum Unterhalt bestimmte öffentliche Mittel wegen der Unterhaltszahlungen gekürzt wurden (zum Beispiel eingetragene Lebenspartnerschaften) ist hierbei ebenfalls möglich.

Höhe der steuerlichen Entlastung

Der Unterhalt ist bis zu einem Höchstbetrag von 8.472 Euro im Kalenderjahr steuerlich absetzbar. Sollte die unterhaltene Person eigene Einkünfte oder Bezüge haben, so vermindert sich der Höchstbetrag entsprechend. Dies gilt jedoch nur, soweit die Einkünfte oder Bezüge 624 Euro im Kalenderjahr übersteigen.

Zudem mindern staatliche Zuschüsse (wie zum Beispiel Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, die nicht zurückgezahlt werden müssen) den Höchstbetrag ohne Anrechnung von 624 Euro.

Voraussetzung für die steuerliche Berücksichtigung

Um den Unterhalt als "außergewöhnliche Belastung" geltend zu machen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • die unterstützte Person ist gesetzlich unterhaltsberechtigt;
  • niemand erhält für die unterstützte Person Kindergeld oder die steuerlichen Freibeträge für Kinder (zum Beispiel weil die Voraussetzungen für den Anspruch nicht oder nicht mehr bestehen, wie bei Überschreiten der entsprechenden Altersgrenze des Kindes);
  • die unterstützte Person besitzt kein oder nur ein geringes Vermögen.